00:00:00: Es gibt ganz viele Muster, die wir so gelernt haben und da zu gucken dass wir sie rollen bereinigen.
00:00:07: Also das wir immer wieder gucken okay auf einer organisationalen, auf einer beruflichen Ebene was gehört hier wirklich hin?
00:00:15: Und was eben auch
00:00:16: nicht?
00:00:17: Je besser du weißt auf welche Beziehungsmuster an Atmosphären du quasi irgendwie gut reagierst dass du eher kannst auch ein bisschen versuchen, auch eine Unternehmenskultur auszusuchen bei der du dich vielleicht bewerben willst oder mitarbeiten willst.
00:00:29: Also wenn du eher weniger wettbewerbsorientiertest macht es vielleicht nicht so Sinn zum Beispiel zu einem amerikanischen Unternehmen zu gehen was ganz klar mit zum Produkten und Sales arbeitet.
00:00:40: Hallo und herzlich willkommen von innen nach außen Struss und Klausen unserem Podcast für Persönlichkeitsentwicklung Job- und Lebensplanung.
00:00:48: Mein Name ist Jalee Grau und ich sitze hier regelmäßig zusammen mit dem Experten-Team aus Rangelstruss und Johann
00:00:54: Klausen.
00:00:54: Die beiden sind nicht nur die Inhaber von Struss & Klaus in Personal Development, sondern beraten auch seit vielen Jahren Menschen dabei, beruflich und privat ihr Potenzial zu entfalten!
00:01:03: Wir tauchen in unseren Folgen tief in die Theorie ein und verbinden sie mit Beispielen aus der Berufspraxis, die du auf deine persönliche Situation
00:01:11: anpassen kannst.
00:01:12: Schön dass du da bist – danke das Du eingeschaltet hast.
00:01:35: Wir stellen uns mal folgende Szenario vor.
00:01:45: zwei Unternehmer, Unternehmerinnen gründen gemeinsam eine Firma und dann ist der ganze Gründungsprozess.
00:01:53: Und dann werden Leute eingestellt und dann wächst das Unternehmen.
00:01:58: Und irgendwie wird ja dann das Ganze Arbeitsleben sich verändern mit zunehmender Komplexität mit mehr Angestellten.
00:02:06: Und irgendwann kommt dann dieses Gründerpart dazu zu sagen, irgendwie glaube ich müssen sich unsere Wege vielleicht trennen?
00:02:14: weil das nicht mehr so ganz zusammenpasst mit den Anforderungen, die dieses Unternehmen an uns richtet.
00:02:20: Und dann geht ja so ein Prozess los der sich so ein bisschen anfühlt und deshalb meine lange Vorrede, der sich ein bisschen angefühlt wie eine Scheidung im Privatleben.
00:02:31: Das ist ein Beispiel für Beziehungen im Job, die so viel weniger sachlich sind als wir manchmal denken.
00:02:39: Darüber wollen wir jetzt diese Folge Ein bisschen damit beschäftigen.
00:02:44: Liebe Ranghet, wieso ist denn das eigentlich so?
00:02:46: Dass es gar nicht so funktional ist sondern sich manchmal eben so parallelen Bilder im Kopf aufkommen genauso wie sich manchmal einen Chef anfühlt als wäre es irgendwie der Vater oder die Mutter oder so.
00:02:57: Wieso ist das so?
00:02:59: Also ich würde sagen in einer Firma oder eine Organisation Das ist ein dynamisches System, in dem Beziehungen stattfinden und normalerweise sollte diese Beziehung ja funktionell geklärt sein.
00:03:11: Irgendwie über Rollen, über Verantwortlichkeiten, Entscheidungsspielräume usw..
00:03:15: Aber
00:03:16: wie jetzt auch in deinem Beispiel deutlich wird und das erleben wir in den Führungskräfteberatungen oder Fachkräfteverratungen wirklich täglich... Das ist dann so ein bisschen intensiveres Erleben als die funktionale Rolle, das eigentlich vorgesehen hat.
00:03:32: Und das ist dann meistens so dass eben irgendwelche Muster, die wir herausgebildet haben, irgendwelchen Arbeitsmodelle von Beziehungen im Berufsleben aktiviert werden also dass wir quasi nicht nur als die Arbeitnehmende oder die Arbeitgebende oder Führungskraft agieren, sondern dass wir irgendwas reinszenieren.
00:03:59: Was wir schon von früher vielleicht kennen oder was eng zu tun hat damit wie wir überhaupt auf Beziehungen schauen und was für Überzeugungen wir über uns und über andere haben.
00:04:11: Vielleicht können wir das mal an einem Beispiel durch... deklinieren.
00:04:15: Wie ist das denn, wenn ich jetzt zum Beispiel Mitarbeiterin bin und dann habe ich irgendwie einen Chef, eine Chefin?
00:04:22: Und ich fange in einem Jahresgespräch an total emotional zu werden, wenn nicht ein Feedback höre was sich vielleicht besser machen könnte und reagiere dann vielleicht so dass ich mich danach dann total schäme weil mir die Tränen fließen oder ich total wütend werde oder einfach mich total gekränkt fühle obwohl es eigentlich ein ganz sachlicher Job-Kontext ist.
00:04:44: Ja, ich würde vorweg noch einmal sagen dass ja wahrscheinlich alles immer Beziehung ist.
00:04:48: also wir sind ja nie nur einfach als irgendwie isoliertes Wesen auf der Welt sondern immer im Austausch mit anderen und das ist natürlich auch in Organisationenfirmen Und in deinem Beispiel ja ganz explizit so Dass es dann eben einen Beziehungs Kontext gibt In dem Fall aus klassischem Führungs oder vielleicht Jahresgespräch Oder ähnlichen oder Rückmeldegespräch zu seiner Angestellten und Mitarbeiterinnen, und eben dann ja auch Kollegen.
00:05:11: Und da wird jetzt erstmal der Job inszeniert.
00:05:13: Das heißt es gibt auf der Sache eine ganz klares Feedback.
00:05:17: In diesem Fall leider ein bisschen Kritik aber das ist ja auch gut um sich nochmal zu entwickeln kommt, fällt hier auf ein Nährboden.
00:05:26: So wie du ihm beschreibst der möglicherweise etwas zu extrem für die Situation wird nämlich sehr emotional, sehr gekränkt.
00:05:34: vielleicht werden da eben alte Bilder wie Rangel das gerade schon erzählt hat reinszeniert.
00:05:38: Das heißt vielleicht findet eine gewisse Projektion statt oder es wird etwas wieder erlebt was man vielleicht aus älter Kindbeziehung kennt oder auch aus der Schule kennt oder überhaupt an den inneren Kern.
00:05:49: sehr stark gibt ja so Glaubenssätze dass man eben sagt wenn ich einen Fehler macht ich nichts wert, nur wenn ich es richtige Leistung bringe dann fühle ich mich eben wohl.
00:05:57: Also das ist vermutlich auch eng mit dem Selbstwert verknüpft und dementsprechend wird's dann eben je nachdem wie extrem es sich anfühlt und je nach dem wie starkes auch mit der eigenen Persönlichkeit schwingt als extremer wahrgenommen als die sachliche Ebene da in dem Fall vielleicht ist, weil an sich ist es ja ein klassisches Gespräch.
00:06:15: Und wir sind aber eben Menschen und je nachdem wie reif und wie entwickelt und vielleicht auch an dem Tag, wie stabil wir dann eben in dieses Gespräch gehen, wie reflektiert möglicherweise auch werden wir vielleicht davon überrascht?
00:06:26: In der Überraschung kann das natürlich eine impulsgebende Reaktion, die dann in diesem Fall auf Sache- und Job-Ebene nicht ganz passend ist, aber auf einer emotionalen Beziehungsebene natürlich total verständlich ist!
00:06:38: Ich glaube, dass der Beruf und deshalb ist das ja auch irgendwie so interessant die Parallelen da mal zu ziehen.
00:06:44: Der Beruf identitär total wichtig ist.
00:06:49: Wir identifizieren uns in der Leistungsgesellschaft ja auch ganz stark mit unseren beruflichen Agieren.
00:06:54: Ist
00:06:54: das bei allen so?
00:06:56: Nein, das nicht bei allenso aber bei vielen unserer Kunden zumindest also weil die Grundgesamtheit der Menschen, die zu uns kommen, die haben ein berufliches Anliegen und das bedeutet schon dass es eine gewisse Wichtigkeit hat.
00:07:09: Und wenn eben sagen wir mal der Beruf für die meisten unserer Klientinnen ein Teil ihrer Identität ist, dann ist er natürlich entsprechend auch bedeutsam aufgeladen.
00:07:23: Das heißt alles was da drin passiert ist in irgendeiner Form emotional relevant Und Johan hatte das ja gerade gesagt, dass Verhalten immer auch kontextuell ist.
00:07:34: Also wir beziehen uns aufeinander – Wir sind nicht nur eine bestimmte Persönlichkeit sondern die Persona, die wir nach Außen zeigen, die ist abhängig von der Rolle, die haben vom Umfeld.
00:07:45: Deshalb kannst du jetzt zum Beispiel von deinem Partner als wahnsinnig ordentlich und nervig auf Ordnung achten, tätuliert werden während deine Freundinnen vielleicht sagen hör wieso?
00:07:56: Die ist eigentlich jetzt nicht so wahnsinniger!
00:07:58: ordentlich.
00:07:58: Also es ist immer auch abhängig davon, in was für einen Bezugsrahmen wir uns befinden.
00:08:03: und wenn jetzt das emotional relevant ist dann fallen natürlich solche Phänomene wie Feedback oder Lob oder Konkurrentsthemen oder so auf einem ganz wichtigen Nährboden der immer auch Muster betrifft die wir quasi als Grundannahmen über uns, über Beziehungen und über andere haben.
00:08:23: und diese Muster bilden wir häufig sehr früh an Und deshalb ist das so eine Reaktivierung dann manchmal.
00:08:30: Wie Johan gerade meinte, wenn man unbewusst emotional aufgeladen in so einer Situation ist... dann merkt man vielleicht gar nicht, dass man weniger auf die vorgesetzte Person im Feedback-Gespräch reagiert als mehr in seinen Themen getriggert wird.
00:08:45: Die mit Kritik zusammenhängen.
00:08:47: Vielleicht zum Beispiel die Erfahrung ausgeschlossen zu sein das sich früher über einen lustig gemacht wurde wenn man irgendwie Fehler gemacht hat oder dass man eine bedingte Liebe im Elternhaus empfunden hat.
00:08:59: immer nur wenn man Markelos Leistung erbracht hat dann das Gefühl von Zuneigung empfinden konnte oder so.
00:09:04: Das heißt Wenn existenzielle ursprüngliche Beziehungsmuster oder Bindungsthemen reaktiviert werden, dann kann es sich eben schon mal wie eine Vermischung anfühlen zwischen beruflicher Rolle und Beziehungserfahrungen im privaten Umfeld.
00:09:25: In unserer Live Q&A am fünfundzwanzigsten Sechsten um neunzehn Uhr mit Ranghelstross erfährst du, wie dich der Online-Coaching-Kurs Inner Voice, Inner Choice in nur acht Wochen zu mir Selbstverständnis, Erfüllung und einer klaren Vision führt.
00:09:40: Stell deine Fragen live und finde heraus, wie du deinen eigenen Weg bewusst gestalten kannst!
00:09:51: Kann man sagen ist das was Gutes oder was Schlechtes?
00:09:53: Oder warum also was...was ist das Thema, was uns da
00:09:57: beschäftigt?!
00:09:58: Ja, ich würde sagen Tennis ist immer dieser psychologische Beziehungsraum und Rahmen da.
00:10:03: Und insofern ist es weder gut noch schlecht, sondern die Frage, die wir ja hier mal so ein bisschen ausdiskutieren und unterstützen begleitend ist.
00:10:11: In welcher Balance findet das statt?
00:10:12: Und auch wo gehört dann was hin?
00:10:14: Und welche Verantwortung gehört wohin nicht?
00:10:16: Also das heißt wenn mir nochmal dieses Beispiel eben der hohen Emotionalität, dann ist das erstmal nichts wildes und gar nicht schlimm.
00:10:22: aber es wird ja in dem Moment von einer Person als sehr heftig erlebt auf die Führungskraft über, weil sie merkt natürlich oh ich wollte vielleicht nur sagen auf Chart drei da hätte ich noch mal ein anderes Logo eingefügt oder so.
00:10:36: So banal könnte es theoretisch sein.
00:10:38: und das heißt dann werden auf unterschiedlichen Ebenen wird eigentlich eine Verhandlung geführt oder eine Diskussion oder einen Raum geschaffen und das heisst es müsste wieder überhaupt eine Bewusstsein hergestellt wird.
00:10:48: wo befinden wir uns hier gerade?
00:10:49: Und das ist natürlich im beruflichen Kontext manchmal gar nicht so einfach weil dann wird die Füllungskräfte in der Regel nicht sagen oh ich merke du bist grade sehr emotional betroffen.
00:10:58: Was würdest du sein, womit hat das was zu tun?
00:11:00: Das ist ja eher fast ein Coaching Setting und es braucht beidseitig natürlich viel Vertrauen und viel Offenheit und viel Klarheit.
00:11:07: auch muss man sich auch die Zeit nehmen und auch ob man das überhaupt will im Unternehmenskontext.
00:11:12: Ich weiß gar nicht, ob jetzt in dem Beispiel was du genannt hast die Frage nach gut oder schlecht so relevant ist sondern es eben einfach so und warum es wichtig ist sich damit auseinanderzusetzen ist weil wir bei unseren KlientInnen zum Beispiel feststellen dass die häufig in immer ähnlichen emotionalen Endzuständen im Job landen, die ihnen vielleicht nicht gefallen.
00:11:35: Und das ist für mich die relevante Frage – Ist es gemäß der Lebensführung und der Arbeitsrolle, die du ausführen möchtest?
00:11:43: Hinderlich oder förderlich für dich, was da passiert.
00:11:46: Und immer wenn es hinderlich
00:11:47: ist
00:11:47: dann wäre es doch zumindest lohnenswert da mal ein bisschen hin zu gucken.
00:11:51: ja weil Es sind ja nicht nur diese Beziehungsmuster die wir vielleicht reinszenieren.
00:11:57: Ja das wäre eher eine übertragung durch das eben Projektionssatz.
00:12:00: aber es ist Projektion wäre eigentlich eher wenn ich auf meinen Kollegen Eigenschaften projiziere die Ich in mir vielleicht nicht geklärt habe er dass zum Beispiel sowas sage wie Ja im Meeting ist der immer super egocentrisch und super unangenehm.
00:12:14: Und das ist eine Projektion, weil vielleicht geht es dann darum sich selbst mal mit der eigenen inneren Autorität und mit der eigenem Dominanz oder so.
00:12:22: Vielleicht möchte man selbst irgendwie mehr Beiträge leisten?
00:12:25: Aber nochmal um das kurz zu trennen also wir neigen dann zur Reinszenierung.
00:12:30: ja zum Beispiel häufig so Geschwisterkonstellation in Teams habe ich ganz viel dass wir das mit Klientinnen besprechen oder eben Übertragungen Ja, also wir haben ja auch bestimmte Rollen gelernt in unserer Familie die uns Orientierung geben und spannenderweise ist es auch so dass diese rollen maßgeblich auch mit beeinflussen welchen Job wir eigentlich wählen.
00:12:55: Also wenn ich jetzt immer die harmonisierende Kraft war unter den drei Geschwistern.
00:13:01: Dann wähle ich wahrscheinlich eine andere Profession als wenn ich die Person gewesen bin, die die Verantwortung übernommen hat, die irgendwie parentifiziert wurde also viele Aufgaben auch übernehmen musste, die eigentlich Eltern gehören oder so.
00:13:15: Vielleicht bin ich auch jemand gewesen der total rebellisch war ja?
00:13:19: Also ich habe gewisse Rollen gelernt und dann gehe ich mit dieser Rolle wie ich gelernt hab, wie Beziehung funktioniert unter Gleichgestellten weil Geschwisters sind ja eher gleichgestellt in der Familie.
00:13:29: Und dann gehe ich damit in ein Unternehmen und dann bin ich diese Rolle gewöhnt.
00:13:33: Dann lebe ich sie vielleicht auch aus, und dann ist das ja immer so magisch, dass irgendjemand anders genau die andere Rolle ausgefüllt hat und deshalb durch deine Rolle getriggert ist und dann irgendwie genervt ist, dass du immer so rebellisch bist und selbst eine harmonisierende Rolle einnimmt oder so.
00:13:49: Wir haben aber auch bestimmte unbewusste Regeln und Grundannahmen, die natürlich unser Verhalten steuern – und die sind schon alt!
00:13:59: Annamen habe, darüber dass eine Chefin immer die Lösung präsentieren muss.
00:14:04: Dann beeinflusst das vielleicht mein Verhalten, dass ich im Team mich nicht entscheidungsfähig fühle weil ich immer warte bis eine vorgesetzte Person dann irgendwann den Fuß auf dem Boden stellt.
00:14:14: Es wäre auch so was wie ich denke gerade an einer Situation wo eine Person immer gesagt hat schon immer werde ich benachteiligt und da wurden irgendwie Urlaubsanträge durchgewunken und bei anderen aus dem Team schonen.
00:14:28: Und dann hat diese Person immer gesagt, ja typisch ich werde immer benachteiligt und natürlich wird meinen Urlaubsantrag abgelehnt.
00:14:35: Also das ist super spannend weil es da zum Beispiel auch um das Thema Regeln geht.
00:14:40: Bei dem Urlaub das war ja bei uns im Unternehmen so...
00:14:43: Daran habe ich gerade gar nicht
00:14:44: gedacht.
00:14:45: Doch, es gab's aber auch.
00:14:47: Wir haben ganz klare Urlaubsregeln und eine davon, neben anderen je nachdem ob du Kinder hast die zur Schule gehen
00:14:54: usw.,
00:14:56: eine davon ist First-Camp, First-Serve.
00:14:58: Wusst ich gar nicht gut dass wir sprechen!
00:15:00: Das ist ne Regelung die besteht und dann kannst du das ja doof finden... du vielleicht nicht schnell genug warst.
00:15:08: Und das ist auch okay, das ganz normal!
00:15:10: Also man kann ja dann enttäuscht sein.
00:15:12: Wenn es derartig emotional aufgeladen ist, dass eben solche Glaubenssätze wie immer komme ich zu kurz, ist ja total klar, dass andere bevorzugt werden da auftauchen... Dann ist das ein Hinweis auf eine Reaktivierung, auf eine Übertragung eines vielleicht früh gelernten oder einer Erfahrung die auch noch nicht so ganz verdaut ist.
00:15:33: Das heißt also dann wird's zum Problem Wenn ich übertrieben emotional reagiere im Job, kann man das sagen?
00:15:41: Nein, eigentlich nicht.
00:15:44: Es gibt in dem Fall kein falsches Erleben ist es nur manchmal die Frage wie wird's geäußert?
00:15:48: Also erst mal ist die Emotion kommt hoch und dann wäre die Frage Dann ist deine Emotion das heißt in dem Kontext von einer Organisation eine Unternehmung ist es gut wenn du dafür natürlich auch dann Die Verantwortung übernimmst.
00:15:59: Das heißt Wie Kommt es Eich dazu Wäre die wäre die Konsequente Frage.
00:16:03: Und dann eben zu Schauen wie gehe ich damit mit meinen Kolleginnen und Kollegen oder auch für uns Kräften?
00:16:07: Oder dann in dem fall ja dem System In der Firma Austausch, also wie reagiere ich darauf?
00:16:12: Weil man kann natürlich jetzt sagen jedes Jahr bin ich das Opfer der Umstände oder jedes Jahr habe ich eine Woche zu spät eingereicht.
00:16:19: Oder dein Beispiel war ja möglicherweise wird jemand anders bevorteiligt.
00:16:25: Bevorzugt!
00:16:26: Dann geht es eigentlich auch um ein Thema der Anerkennung und der Sichtbarkeit.
00:16:30: Also wird meine Arbeit gesehen, werde ich gesehen... Insofern sind es ganz kleine Themen die eben in der Arbeit natürlich auch immer mit verhandelt werden.
00:16:40: Also, man ist da nie nur als ich bin eben als Sachbearbeiterin X, sondern man ist immer noch die Dame mit allen ihren Emotionengefühlen als Mensch da und das ist eben alles Beziehungsarbeit und dementsprechend geht es nicht um gut oder schlecht, sondern eigentlich wie reif man in der Organisation dann damit umgeht und man selber auch.
00:16:58: Und zu diesen Regeln ist es ja auch so, dass es bestimmte unternehmerische Regeln gibt und dann hast du aber vielleicht auch eigene Regeln darüber wie man mit Konflikten umgeht.
00:17:08: Wie Entscheidungen gefällt werden müssten?
00:17:10: Wie Verantwortung verteilt werden sollte und so.
00:17:13: Das kann dann schon auch mal kollidieren mit den gängigen Praxen die in der Organisation sind... Was hast
00:17:21: Du da mal erlebt?
00:17:23: Also wir erleben das alle.
00:17:27: Also es gibt ja auch bestimmte Unternehmensformen, die sogar noch befeuern dass professionelle Beziehungen mit privaten Beziehung vermischt oder verwechselt werden.
00:17:39: Zum Beispiel ist es ganz häufig so das wenn zum Beispiel Unternehmen sich als Wert auf die Fahne schreiben wir sind hier wie eine Familie Dann hat das natürlich ganz viele Implikationen.
00:17:49: Auf der einen Seite fördert es vielleicht Zugehörigkeit und Verbundenheit und Vertrauen, schafft Nähe so ne?
00:17:57: Und vielleicht auch eine gewisse Sicherheit.
00:17:59: auf der anderen Seite läuft das natürlich Gefahr dann keine klaren Entscheidungen treffen zu können dass man offene Kritik nicht üben kann, dass vielleicht Arbeitszeit keine gute Begrenzung hat.
00:18:11: ja weil der Unterschied zwischen Familien- und wirtschaftlichen Systemen oder Organisationen ist ja, dass Zubehörigkeit eben nicht bedingungslos ist.
00:18:21: Also es gibt ja Konditionen in der Familie ist das bedinglungslos da bist du halt einfach irgendwie miteinander verbunden.
00:18:28: dann gibt es Funktionen einer Rolle die vielleicht in der familie immer mal wieder neu verhandelt werden können die aber qua Stellenbeschreibung in deinem Job eben klar definiert sind.
00:18:40: Ja dann im Job gibt es eine zeitliche Begrenzung vielleicht von der Verbindung Die gibts in der.
00:18:46: Also du kannst dich natürlich irgendwann auch trennen von Familienmitgliedern, wenn da unüberwindbare Gräben entstehen.
00:18:53: Aber Grenzen sind in der Familie wesentlich diffuser als in einem Unternehmen Und auch solche Themen wie zum Beispiel Loyalität, da sich mal ganz klar zu überlegen.
00:19:05: Wie sind eigentlich berufliche und private Loyalitäten?
00:19:09: Also das für sich so auseinanderzuklamüsern denn ich will jetzt nicht total unromantisch klingen aber unternehmerisch ist eine Beziehung immer ein Mittel zum Zweck.
00:19:19: Das ist eine funktionale Ausrichtung.
00:19:21: es geht darum gemeinsam Arbeit zu koordinieren Ziele zu erreichen Leistungen zu sichern.
00:19:28: Und wie würdest du dann, also wie stehst du denn dazu?
00:19:31: Es kommt ja ganz oft vor dass auch Kolleginnen und Kollegen untereinander befreundet sind oder auch Mitarbeitende mit ihren Führungskräften befreundet.
00:19:40: Wie kann man sowas dann gestalten?
00:19:42: Mit der Grundlage das es eben auch einen Arbeitsvertrag gibt
00:19:45: Ich glaube durch eine klare Rollenunterscheidung.
00:19:48: Also dass man eben sehr klar macht hey aus welcher Position oder in welcher Rolle spreche ich jetzt gerade mit dir und Das ist eben in beiden Beziehungen natürlich auf Augenhöhe menschlich sein muss.
00:20:00: und das ist aber so, dass vielleicht Verantwortlichkeiten die unternehmerisch unterschiedlich geklärt sind dann eben auch mit einer Akzeptanz gemeinsam gelebt werden können.
00:20:11: Also da geht es vor allen Dingen um Verantwortungsunterschiede, Rollenuntersiede, Entscheidungsuntergiege.
00:20:17: Also würdest du sagen, das ist möglich?
00:20:20: Das ist total möglich.
00:20:22: Die Beziehungsarbeit ist ja eine gute Sache, Zugehörigkeitsgefühl für Menschen ist super wichtig.
00:20:27: das Gefühl der Sicherheit hat Rangel gerade besprochen auch überhaupt etwas ein Sinn darin vielleicht zu empfinden mit Leuten die man eben schätzt auch dann beruflich vielleicht aber auch privat.
00:20:36: das muss aber eben ganz klar wie Rangel auch grade gesagt habe es gibt dann eben Grenzen und die Grenzen sind umso einfacher je klarer sie sind weil wenn Sie dann eben verschwimmen Dann wird's schwierig und dann wirds eben herausfordern dass es dann was Ganz unbewusstes Dann kommt eben dein erstes Beispiel möglicherweise mit rein.
00:20:52: Die beiden könnten ja auch befreundet sein in deinem Beispiel oder könnten mal nach der Arbeit einen Kaffee, was auch immer ein Walk machen und gleichzeitig in dem Punkt haben sie dann aber eben auch ein ganz professionelles Verständnis und das kann sich dann eben mischen weil wichtig ist dass man dann sagen kann hey als Mensch schätze ich dich achte ich dich du bist eine sehr gute Freundin und inhaltlich habe ich hier festgestellt dass das nicht unserem Anspruch beispielsweise entspricht und das müsste aber nicht dazu führen, dass es dann gleich disharmonisch oder irgendwie ein Beziehungsabbruch gibt.
00:21:26: Aber was wir ja hier häufig auch in dem Podcast und auch an allen unseren Online-Kursen und eben auch in unserem Beratung immer glaube ich wieder sagen ist, dass eigentlich lernen wie nie richtig Beziehung gestaltung und dann sind wir mal ganz verwundert wenn's irgendwann mal irgendwie kracht oder irgendwie unrund wird Und das ist das Wichtigste eigentlich, dass wir anfangen zu gucken.
00:21:48: Hey was hat das mit uns selbst zu tun?
00:21:50: Was hat es dann mit dem Unternehmenskontext zu tun?
00:21:52: und welche Rolle habe ich wo im Rollen spielen?
00:21:55: Ist auch wichtig weil manchmal spielt man eben eine Rolle die man in diesem Unternehmskontex haben darf und muss.
00:22:02: Ich glaube vor allen Dingen ist sich selbst zu reflektieren hinsichtlich zum Beispiel seiner Trigger, die man hat.
00:22:11: Weil Trigger sind Reize, die eine spontane Reaktion hervorrufen und zwar auch eine starke emotionale Reaktionen.
00:22:19: Dazu haben wir übrigens eine super Podcast-Folge gemacht, die es lohnenswert auch anzuhören.
00:22:25: Und wenn man jetzt mal bei so einem Trigger Mapping zum Beispiel bleiben würde dann würde man gucken hey erstens was ist die Situation?
00:22:33: Was ist wirklich passiert?
00:22:34: Das kann man wirklich genau so machen um auch festzustellen, hey gibt's hier eine Überlappung von alten Mustern.
00:22:41: Von alten Überzeugungen darüber wie irgendwie Beziehung funktioniert, wie man vielleicht auch verletzt wurde mal ne?
00:22:48: Weil meistens ist es so das Trigger auf etwas hindeuten was emotional noch nicht ganz verarbeitet oder integriert ist in der eigenen Persönlichkeit.
00:22:57: Wie gesagt in der Folge erklären wir es ausführlich.
00:23:00: Das heißt erstens Was ist die Situation?
00:23:02: Was ist überhaupt passiert?
00:23:03: Zweitens Was sind meine Emotionen?
00:23:05: Also wirklich beobachten, was genau fühle ich eigentlich?
00:23:09: Ich fühle jetzt beispielsweise
00:23:10: Wut
00:23:12: und Frust gegenüber meiner Vorgesetzten.
00:23:15: Weil die meinen Urlaubsantrag abgelehnt hat.
00:23:19: Genau, Frust ist schon ein ganz anderes Gefühl.
00:23:21: Da kommt schon wieder dieses Thema von Ohnmacht mit hinzu.
00:23:25: also Frust heißt ja ich bin wütend aber ich glaube ich kann nichts daran ändern.
00:23:28: und wenn dich dieses Gefühl so stark triggert dann ist eben die Frage was bedeutet das?
00:23:34: Das ist der Dritte Punkt.
00:23:36: wie interpretiere ich es eigentlich?
00:23:38: Und dann wären solche Glaubenssätze von nie.
00:23:41: hört man mir zu, ich werde übergangen.
00:23:43: Ich bin hier nicht wichtig.
00:23:44: Also das ist die Bedeutung und quasi die Interpretation dessen was passiert.
00:23:51: Das ist schon ein erster Hinweis darauf.
00:23:53: hat es eigentlich wirklich etwas mit hier und jetzt tun oder kommt da was ganz Altes hochgekochen?
00:23:58: Deshalb wäre der vierte Punkt sich selbst zu fragen woher kenne ich das?
00:24:02: Und dann wirklich mal ehrlich mit sich zu sein, wann habe ich das Gefühl vorrangig oder zum ersten Mal oder wiederholt erlebt.
00:24:10: Da kann man ruhig ein bisschen zurückgehen weil dann im fünften Schritt muss man einen Gegenwartseck vornehmen.
00:24:17: Also dann wirklich zu überlegen, was trifft hier wirklich zu in der Situation und was spricht eigentlich eher dagegen?
00:24:25: Dass es wirklich darum geht irgendwie unwichtig zu sein oder nicht gemocht zu werden oder so?
00:24:30: na weil dadurch dass wir im Emotionsfeld des Arbeitens auch unsere ganzen unverarbeiteten Themen mitbringen und vielleicht wenn sie getriggert werden auch versuchen zu verarbeiten ist das schon wichtig da zu unterscheiden zwischen was ist alt und was gehört hierhin in diese Rolle?
00:24:51: Ja,
00:24:52: uns superspannende ich da auch eben dass wir ja häufig dann Beispiele mit zum leichten hierarchischen Gefüge eben anbringen.
00:24:58: Wir stellen aber auch sehr stark feste in unseren Beratungen und auch in den Kursen das auf einer Ebene im Team manchmal wirklich überhaupt nicht einfacher ist sondern da es vielleicht ein sehr starkes Harmoniegefühl, Ihre Herausforderung,
00:25:15: wenn es
00:25:16: umso näher die Beziehungen sind.
00:25:17: Es ist dann häufig kann das auch sehr stark dazu führen dass sie eben gerade bei sich das gar nicht kritisieren wollen und dann eben irgendwo Szenarien suchen wo man vielleicht das auch abladen kann.
00:25:28: also das ist ja wie so ein System eben das sucht sich dann den energetischen Weg und das dann auch wieder zu trainieren.
00:25:33: das heißt nicht Harmonie heißt nicht wir dürfen nicht mehr was diskutieren oder wird dürfen auch nicht mal was do finden am anderen.
00:25:39: das ist hier in jeder beziehungswahl so.
00:25:41: wir gehen glaube ich häufiger aus, dass Beziehungen häufig so gestaltet sind, dass alles easy-peasy ist oder ganz harmonisch.
00:25:46: Aber so ist es ja gar nicht!
00:25:48: Naja und das ist zum Beispiel eine spannende Frage finde ich wie viel Nähe und wie viele Distanz herrscht auch im Team oder in der Organisation?
00:25:56: Weil eine gewisse Distanz natürlich mitbringt, dass man auch professionell entscheiden kann und dass man mal offen Feedback geben kann, dass eben eine Gut auseinanderhalten kann.
00:26:08: Allerdings wird es natürlich auch kühl, wenn man nur distanziert ist und dann ist es auch schwer Menschen für einen gemeinsamen Zweck... zu gewinnen oder zu motivieren.
00:26:17: Also wo ist da sozusagen der Sweetspot?
00:26:19: und organisational finde ich total spannend sich mal zu fragen, kann nicht widersprechen ohne dass die Nähe gefährdet ist zum Beispiel?
00:26:27: Weil wir haben schon auch in Organisationen gerade in Familienunternehmen zum Beispiel Vermischungen... Da ist es ja noch mehr relevanter weil
00:26:37: das wirklich die Beziehung
00:26:39: genau was die echte Familie ist Und da haben wir das schon häufiger nicht gemacht werden, die nützlich wären oder dass Innovationen nicht ausgenutzt wird.
00:26:49: Oder das eben es keine gute Fehlerkultur gibt weil die alten Geschwisterrollen oder die alten Rollen zu den Eltern weiter ausgelebt werden und ...
00:27:00: Und psychologisch gesehen ist es da eben wirklich unbewusst manchmal keinen Unterschied zwischen dann Familie also nur aus der Psychologie heraus und zwischen Unternehmen unter.
00:27:08: wie ist das Gefühl gerade?
00:27:09: wie du gesagt hast dein Einstiegsbeispiel war ja zwei Gründer.
00:27:12: Es gibt viele Gründerteams, die ja auf so eine gemeinsame Reise gehen.
00:27:17: Entweder als Gründer-Team oder ich hatte auch mal wie so fünf Musketierinnen und dann kann sich das natürlich irgendwann im Wachstum raus ein bisschen rausgehen oder man ist der eine, ist dann plötzlich näher mit dem anderen.
00:27:30: Und das kriegt natürlich unbewusste Dynamiken, die dann total an eben wirklich Familiere oder einfach an Beziehung von Freunden rankommen
00:27:38: können.
00:27:38: Da kann man auch mal schauen was für Emotionen habe So Schuld, Charme, Eifersucht.
00:27:45: Solche sehr stark aufgeladen Emotionen sind.
00:27:48: dann ist es ganz häufig so dass das auch aus alten Beziehungserfahrungen kommt und da ein Übertragungsthema gibt.
00:27:56: Wie erlebe ich das was passiert?
00:27:59: Ist es für mich irgendwie bedrohlich... Ist es vielleicht eher inspirierend, ist klar.
00:28:04: Und dann zu schauen, ist mein Erleben wirklich eins was man einem beruflichen Umfeld zuordnen würde?
00:28:10: Oder wenn ich selbst davon erzähle, ist das nicht eher etwas was auch mit meinem privaten persönlichen Beziehungserleben zu tun hat?
00:28:18: Man kann es dann auch noch sogar umdrehen und ihr wisst wie du quasi auf welche Beziehungsmustern, Atmosphären du irgendwie gut reagierst dass du eher kannst auch ein bisschen versuchen, auch eine Unternehmenskultur auszusuchen und bei der du dich vielleicht bewerben willst oder mitarbeiten willst.
00:28:34: Also wenn du eher weniger Wettbewerbsorientiert ist, macht es für euch nicht so Sinn zum Beispiel zu einem amerikanischen Unternehmen zu gehen was ganz klar mit so Produkten und Sales arbeitet weil das für euch dann in der DNA nicht so gut zu dir selber passt.
00:28:47: also man kann
00:28:50: quasi durch die über die Kenntnis der eigenen Themen dann auch das richtige Arbeitsumfeld aussucht.
00:28:54: Das kann
00:28:55: ein Teil dazu beides, also es kann wirksam sein.
00:28:57: ja
00:28:58: Was kann man denn noch machen?
00:28:59: Weil was ich gerade so in meinem Kopf parallel denke Man hat ja so wenig Einfluss auf die Prägungen und Trigger der Vorgesetzten Teammitglieder.
00:29:10: Genau, es sind zwei Richtungen sozusagen.
00:29:12: also das eine ist sich selbst mal zu überprüfen.
00:29:16: wenn die Reaktion eine ist die mit unfassbarem Tempo kommt und mit einer sehr hohen Intensität in der Rückschau betrachtest und merkst, ja Mann ich hatte auch echt so ein bisschen Scheuklappen auf.
00:29:29: Und wie du auch an deinem Beispiel gerade gesagt hast Ich generalisiere immer und nie und kein Wunder und so ne?
00:29:36: Dann ist das auf jeden Fall einen Hinweis für eine Überlappung.
00:29:40: also das heißt nicht dass die Situation hier und jetzt nicht auch falsch geregelt wurde.
00:29:45: Also es geht nicht darum jetzt irgendwie den Erleben zu korrigieren im Sinne Wichtigkeit auch, vielleicht bessere Kommunikationsstrukturen einzuführen.
00:29:53: Bessere Feedback-Strukturen.
00:29:55: Vielleicht die Rituale für Teamsitzungen zu haben, dass man mal so eine Retro macht oder dass es bessere kommunikations Strukturen für Meetings gibt.
00:30:04: Davon sprechen wir nicht.
00:30:05: Das kann trotzdem genauso valide sein.
00:30:08: Nur die Frage ist mit welcher Heftigkeit kommt meine Reaktion?
00:30:12: und hat diese Heftigkeit dann wirklich noch was mit dem hier und jetzt zu tun denn?
00:30:17: Und das muss man auch klar sagen... wenn man ein emotionales Erleben reinszeniert, was von sehr früh her angelegt ist oder kommt.
00:30:26: dann ist das nicht das Feld, auf dem man hier und jetzt in diesem Unternehmen Lösungen finden wird.
00:30:32: Und deshalb ist es da gut sich vielleicht mal im individuellen Erleben wirklich zu reflektieren und zu gucken.
00:30:38: okay wer nervt mich denn besonders?
00:30:41: Wie kann ich darauf einwirken?
00:30:42: Was du jetzt gesagt hast, man hat ja keinen Einfluss auf die Träger der anderen.
00:30:46: Super super gute Frage!
00:30:47: Es geht ja nicht nur um einen selbst.
00:30:49: passiert einem auch dass jemand auf mich etwas überträgt oder projiziert, oder dass ich einen Trigger für jemanden darstelle.
00:30:57: Kennst
00:30:57: du das als Führungskraft?
00:30:58: Ja natürlich total auf jeden Fall!
00:31:01: Was passiert da?
00:31:02: Ja, also das ist immer die Frage.
00:31:05: Was erwarte ich auch von der Führungskraft?
00:31:08: Also ich meine es gibt ja so eine gewisse Vergleichsstruktur zu Autoritätspersonen generell im Leben nicht wenn es um eine Führungskraft geht.
00:31:18: und da ist dann immer die frage was habe ich erlebt und wie habe ich das empfunden?
00:31:25: Und wird jetzt hier vielleicht etwas wieder hervorgerufen, zum Beispiel wenn ich erlebt habe und das auch gerne möchte dass Führungspersonen Autoritäten besonders fürsorglich sind.
00:31:37: Dann triffst du auf eine die das vielleicht gar nicht so in ihrem Fokus hat dann bist du natürlich erstmal enttäuscht oder dass du dich kontrolliert fühlst zb von einer Führungskraft Vielleicht sogar auch ein Mikromanagement-Problem hat, aber jetzt im Generellen eher klar entscheidet.
00:31:57: Dann kann das auch etwas sein was du ja auf sie überträgst.
00:32:02: Wünschst du dir eine strukturelle Führung oder wünschte deine persönliche Führungen?
00:32:06: So solche Fragen sind total spannend und... Klar, also manchmal ist es ja auch so dass zum Beispiel im Team nicht gut konfrontiert werden kann.
00:32:16: Also das haben wir bei uns auch!
00:32:17: Wir haben ein wahnsinnig harmonisches Team.
00:32:20: Das ist auch total toll.
00:32:21: die verstehen sich auch untereinander alle gut und manchmal ist dann aber entsprechend schwer sich gegenseitig zu konfrontieren Und da passiert schon eine Dynamik Dass man vielleicht weniger sagt als man möchte und gerade
00:32:33: bald so persönlich ist.
00:32:34: Genau
00:32:35: und dann wird's eher der Führungskraft angehangen dass die doch jetzt mal was machen müsste oder dass die doch mal ein Machtwort sprechen müsste oder so.
00:32:42: Und da gibt es einfach dann gewisse Nachreifungsprozesse und auch Chancen für einen selbst, also es ist ja auch nicht so das eine Führungskraft keine Familie hat, die vielleicht ihre Spuren hinterlassen hat.
00:32:55: Also ich definitiv habe mit unserem Unternehmen natürlich eine ganz andere Verbundenheit als mitarbeitende und ich musste das natürlich erst mal lernen, dass sich das nicht persönlich nehmen darf wenn Leute nicht in der Form damit verbunden sind.
00:33:09: Also jeder hat ja so seine eigene Lernaufgabe da.
00:33:13: Haben wir für unsere Zuhörerschaft noch ein paar gute Hinweise irgendwie Dinge die man mal ausprobieren kann?
00:33:21: Für die nächsten Wochen bis zur nächsten Folge wollen wir ja immer mal so ein paar kleine Impulse mit auf den Weg geben.
00:33:27: Was kann jeder und jeder tun?
00:33:30: Also was super, super wichtig ist es immer eine strukturierte Gesprächsvorbereitung vorzunehmen.
00:33:36: Also sich wirklich mal überlegen, was will ich hier überhaupt erreichen in meiner Rolle die ich habe das gilt für jedes Hierarchie-Level.
00:33:43: also eine strukturierte Gesprächsvorbereitungen damit man schonmal die eigenen Trigger ein bisschen raus nimmt.
00:33:50: ja Was möchte ich erreichen?
00:33:52: oder zum Beispiel ein Feedback Gesprächen.
00:33:54: Ganz wichtig, sich strukturiert vorher vorzubereiten.
00:33:58: was habe ich wahrgenommen?
00:33:59: wie hat das auf mich gewirkt?
00:34:01: Was wünsche ich mir das nächste mal stattdessen und dabei wirklich immer spezifisch an dem bleiben was tatsächlich passiert ist?
00:34:10: weil nämlich je generalistischer es wird, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit das man reininterpretiert oder dass man übertreibt.
00:34:18: Aus unternehmerischer Perspektive ist es sicher sehr sinnvoll für klare Strukturen Verantwortlichkeiten Entscheidungswege und Kommunikation zu sorgen.
00:34:25: Weil überall da wo ein Vakuum entsteht kannst du natürlich viel leichter projizieren oder das mit einer Interpretation füllen.
00:34:35: Und da, jetzt habe ich wieder direkt dazu noch mal ein Beispiel im Kopf.
00:34:38: Wenn jetzt zum Beispiel Führungskraft und Mitarbeitende sich super gut verstehen und privat irgendwie auch nah sind wenn dann die Mitarbeiter auf einmal deutlich mehr Geld haben möchte könnte das ja ein Thema sein dass das dann wie könnte ich das gut vorbereiten und auch gut so kommunizieren dass ich nicht Sorge haben muss dass jetzt meine Führungskraft dann beleidigt ist und das vielleicht persönlich nimmt oder so.
00:35:03: Diese Sorge kenne ich von...
00:35:04: Ja, oder umgekehrt!
00:35:05: Genau, kann auch sein.
00:35:07: Also solche Situationen sind doch dann immer ein bisschen brenzlig?
00:35:11: Ja
00:35:11: total.
00:35:11: also ich glaube dass das eben gemeint ist wenn wir von Clara Rollentrennung sprechen, zu sagen okay die quasi Maßstäbe woran Gehalt und Gehaltsentwicklung orientiert sind.
00:35:27: Die müssen klar sein.
00:35:28: also was musst du tun um mehr Gehalte bekommen?
00:35:32: Und in welcher Struktur befinden sich auch bestimmte Gehalzklassen?
00:35:38: Und dann, glaube ich ist es auch wichtig zu akzeptieren dass es Quarrollen unterschiedliche Interessen gibt.
00:35:44: Das meint ja keiner Böse.
00:35:46: die Mitarbeitenden möchten ihr Einkommen maximieren und dasselbe möchten auch die Führungskräfte oder vielleicht auch die finanziellen Ressourcen fürs Unternehmen, Rücklagen bilden oder wie auch immer.
00:35:59: Dann kann es eben auch ein reife Prozess sein sich zu überlegen wie man mit unterschiedlichkeiten oder divergierenden Zielen umgehen kann und dann eben auch nicht die emotionale Komponente mit hineinnehmen, weil das erleben wir auch oft.
00:36:15: Dass Dinge die einem nicht passen emotionalisiert werden um eben bestimmte Träger zu drücken.
00:36:21: vielleicht bist du zum Beispiel aufgewachsen in einer Umgebung in der auch emotional erpresst wurde ja oder in der es zielführend war beleidigt zu sein oder so weil du dann bekommen hast was du wolltest oder umgekehrt.
00:36:32: Es gibt hier auch Leute die zum beispiel dann petzen oder sowas.
00:36:36: also es gibt ganz viele Muster die wir so gelernt haben und da gucken, dass wir sie eben rollen bereinigen.
00:36:45: Also das wir immer wieder gucken okay auf einer organisationalen, beruflichen Ebene was gehört hier wirklich hin und was eben auch nicht?
00:36:55: Und letztlich geht es da ja um eine gesunde, in Anführungsstrichen Form und das würde jede Beziehung betreffen.
00:37:00: Und dann im beruflichen Kontext gelten eben noch ein bisschen andere Regeln weil Rangel dann eben sagt Es gibt eben wirklich ne professionelle Regel über die man sicher auch abgesprochen hat und die darf man natürlich auch ausgestalten.
00:37:12: aber ist es dann wichtig dass man zusammen guckt wo gehört auch was hin?
00:37:15: Ich finde dass Emotionen ruhig Raum haben dürfen.
00:37:19: also Bereinigung von Rollen bedeutet nicht, dass man nicht emotional wäre genau wie Johann das gesagt hat.
00:37:24: Wir sind ja immer in Beziehung und in Bindung und nach der Systemtheorie sind hier auch die Einheiten einer Organisation nicht die Menschen sondern das was zwischen den Menschen stattfindet also die Kommunikationsbeziehungen und letztendlich Systeme, die sich über Entscheidungen reproduzieren.
00:37:40: Das heißt man muss eben auch darauf achten, Entscheidungen gut zu fällen und das schließt das Emotionale mit ein.
00:37:46: also ich finde es total wichtig auch emotionale Intervisions- oder Supervisionsmöglichkeiten zu haben kleine Teamretros auch wirklich mal zu fragen wie ist es dir gegangen was sind Hits?
00:37:58: Was sind Shits so ein Team Health Check auch zu haben damit.
00:38:01: Genau, wir übrigens!
00:38:02: Ja genau aber auch wir machen da noch nicht alles richtig weil das natürlich auch ein lebendiges System ist und wir würden uns auch glaube ich überfordern wenn wir von uns erwarten würden nie geträger zu sein oder nichts zu übertragen oder nichts projizieren.
00:38:20: ja also ich merke dass an mir selbst ich selbst mache auch Supervisionen um eben meine Fehler da in Zukunft geringer zu gestalten.
00:38:28: Natürlich bin auch ich geträgert und das finde ich so spannend, wirklich mal zu überlegen wie ist meine Biografie?
00:38:34: Welche Rolle habe ich als Kind in meiner Familie eingenommen?
00:38:36: Wie hat das meine Berufswahl beeinflusst?
00:38:39: Welcher Enttäuschungsmomente die vielleicht damals habe hab' ich heute noch?
00:38:42: Welchen Hoffnungen die ich damals hatte habe ich heute nog?
00:38:45: Welches Maß an Überforderung oder Unterforderung erlebe ich?
00:38:48: Wo werde ich richtig und wo nicht richtig
00:38:50: eingeschätzt?".
00:38:51: Und sich wirklich diese emotionale Reife auch mal für sich selbst zum Thema zu machen, darüber nachzudenken finde ich einfach unfassbar wichtig.
00:39:00: Um zumindest zu wissen wenn die Emotion kommt wo gehört sie hin?
00:39:04: Genau und es gibt... gewisse Wiederholung, die mögen dann im unterschiedlichen Gewand also in einem unterschiedlichen Kontext wieder entstehen aber die ähneln sich bei dem Person.
00:39:13: Das heißt wenn ich in bestimmten Konstellationen immer wieder ein ähnliches Gefühl habe das wird in fast allen Beziehungskonstellation an den unterschiedlichen Gewändern auftreten.
00:39:23: und super wichtig unser Mal nach und eben gar nicht deine Bewertung zu gehen, sondern einfach zu sagen hey das ist what it is.
00:39:29: Und je früher ich dem eigentlich mir wenig Raum gebe und dass anschaue, dass du besser und gesünder ist es
00:39:35: vermutlich.".
00:39:36: Ich kann mal ein persönliches Beispiel noch nennen... Ja komm,
00:39:39: das ist ein guter Abschluss!
00:39:41: Ich war auf jeden Fall in meiner Familie für ziemlich viele Dinge zuständig.
00:39:46: Ich bin auch die Älteste von den Geschwistern.
00:39:49: Auch die Elternkonstellation war jetzt nicht unbedingt so, dass die Aufgaben nur von den Parentes wahrgenommen werden.
00:39:56: Die sie hätten wahrnehmen müssen und deshalb glaube ich habe mich in meiner Kindheit sehr schnell eine Überverantwortung entwickelt und war aber auch muss man sagen damit natürlich Quarrolle als kind hier und da mal überfordert.
00:40:10: Auf jeden Fall ist natürlich diese Konstellation dafür verantwortlich, also jetzt in der Mischung mit meiner Genetik und meinem Wesen.
00:40:19: Dass ich auf jeden Fall einen Job wählen musste, der mir erlaubt hat die Verantwortung auch weiter auszuleben, Entscheidungen unabhängig zu fällen.
00:40:28: Ich wollte natürlich auch ein bisschen unabhängiger davon werden.
00:40:31: Und dann gab es eine schwierige Unternehmensphase, die einfach auch finanziell schwierig war.
00:40:38: Es gibt ja immer so Zeiten in denen vielleicht Marktlage und nötige Investitionen ungünstig zusammenfallen.
00:40:43: Und wenn dann Mitarbeiter in einem mitarbeitenden Gespräch spontan zum Beispiel sowas gesagt haben, wie jetzt will ich aber so und zu viel mehr Geld oder jetzt will irgendwie mehr Urlaubstage.
00:40:55: Dann habe ich gar nicht mehr wirklich nur diese Aussage gehört und hatte auch nicht innerlich die Wahl quasi nein zu sagen sondern in dem erhöhten Stresslevel indem ich war am alte Muster ihren Weg an die Oberfläche gefunden.
00:41:09: Ich dachte man scheiße was wollt ihr noch?
00:41:12: Reicht doch jetzt mal irgendwann und so, solche Sätze habe ich mich innerlich sagen hören.
00:41:17: Und wusste natürlich trotzdem in dem Moment das ist nicht richtig aber das war emotional extrem präsent.
00:41:23: Und wie
00:41:23: bist du damit umgegangen?
00:41:25: Ja erstmal ist glaube ich die Erkenntnis immer schon ein wichtiger Weg.
00:41:28: Ich finde ja wenn man es durchs Bewusstsein schickt hat man auf jeden Fall eine andere Möglichkeit damit steuern auch umzugehen und diese Parallele zu erkennen dass sich eigentlich überfordert bin und dass das ne ganz alte Emotionalität mir Trigger, die mit dem heute nichts zu tun hat war schon mal hilfreich.
00:41:45: Und dann musste ich auch dafür sorgen dass sich Vorbereitungszeit hatte also das ist für mich auch eine Möglichkeit von einem Raum gab zwischen der Forderung und meiner Reaktion damit ich eben nicht in dieses spontan emotionale Falle und deshalb haben wir dann die Regel aufgestellt dass vor Mitarbeitenden Gesprächen die Mitarbeitende uns eine E-Mail schreiben mit dem was sie besprechen wollen so dass das Mitarbeitendengespräch dann auch ein Ort war indem man Und dann hatte ich eben für mich genug Raum und wurde nicht so ... quasi in der Nähe überfordert, sondern konnte dann das eher auf einer sachlichen Ebene belassen.
00:42:22: und was ich auch sagen muss.
00:42:24: Das ist ja auch ein innerer Konflikt in mir denn natürlich würde ich am liebsten jedem genauso viel Geld geben wie er immer jedes Jahr wieder neu haben will.
00:42:31: aber das geht einfach Qua Struktur und Qua meiner Rolle nicht Und dass musste ich eben auch lernen mit der Enttäuschung des Gegenübers umgehen zu können und das fällt mich nicht immer leicht.
00:42:44: Ich finde es Richtig cool, wie du hier einblicke.
00:42:47: Gibt's persönliche?
00:42:48: Ich glaube das wird euch bestimmt weiterhelfen und das werden auch einige von euch kennen die in ähnlichen Rollen arbeiten und vielleicht hilft es ja auch.
00:42:57: also mir hilft es total immer wieder dieses Thema Sachebene und Personenebene zu trennen Und dass kann man auch üben.
00:43:04: Also ich finde das kann man echt gut üben und immer wieder merken wo es klappt Ja und dann trauen wir uns das nächstes mal wieder.
00:43:13: Eine bisschen andere Folge, wie ich finde.
00:43:15: Wir sind gespannt was ihr dazu sagt.
00:43:16: bitte schreibt uns super gerne bei von innen nach außen etstruss-und-klausen.de oder auf allen anderen Kanälen und wir freuen uns schon auf die nächste Folge.