Von innen nach außen - Struss & Claussen

Von innen nach außen - Struss & Claussen

Transkript

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00:00:01: Hallo und herzlich willkommen zur neuen im Kernfolge.

00:00:04: Mit mir Rangel Struss, ich bin Unternehmerin Executive Coach und Autorin.

00:00:09: In dieser Folge möchte ich mir ein spezielles Thema der GenZ was wir in unserer letzten ausführlichen Folge behandelt haben noch einmal rausgreifen.

00:00:18: Und zwar stelle ich mal die These in den Raum das der Generationenkonflikt im Grunde genommen eine Projektionsfläche ist und dass wir die Ärgernisse, die daraus entstehen im Führungskontext meines Erachtens als Diagnosetool nutzen können.

00:00:36: Das hört sich jetzt erst mal abstrakt an aber ich hoffe das es gleich ein bisschen pragmatischer wird!

00:00:41: Der Generationenkonflikt entsteht ja meines erachtens vor allen Dingen in dieser Diskrepanz zwischen auf der einen Seite Leuten, die mit einer klaren Leistungsethik auftreten.

00:00:53: Zumindest das von sich selbst auch so behaupten und dann der Gen Z., die vielleicht eher eine Fürsorge-Ethik an den Tag legt was nicht heißt dass sie nicht leistungsfähig sind.

00:01:02: aber der Fokus ist eben anderer.

00:01:05: ich glaube dass ältere Generationen speziell Boomer eben viel belohnt auch wurden fürs unterdrücken für Szene zusammen beißen.

00:01:12: also erst die Arbeit dann das Vergnügen nur die harten kommengarten Der Preis, den die bezahlt haben für dieses Buckeln und irgendwie durchhalten und so.

00:01:22: Der war zwar hoch aber kalkulierbar weil sie dann nämlich wussten wenn ich mich jetzt hier abmühe, ist mir auch die sichere Karriere gegeben.

00:01:30: also da kann ich damit planen dass es sich irgendwann auszahlt Und es sind jetzt genau die Menschen, die vielleicht manchmal enttäuscht sind.

00:01:39: Dass der implizit gedachte Generationenvertrag nicht eingelöst wird.

00:01:44: also Es gibt viele Führungskraftige, die sowas sagen wie hey als ich in dem Alter war hätte Ich mich das nie getraut.

00:01:50: oder was ich damals irgendwie für andere gemacht habe.

00:01:54: Das erwarte ich jetzt eigentlich auch dass die jüngere generation das für mich macht.

00:01:58: Also eben nicht so viel infrage zu stellen oder zu fordern sondern sich anzupassen.

00:02:05: Und dann ist es natürlich ein totaler Träger, wenn einen Genset-Vertreter in der Gehaltsverhandlung vielleicht mit einer Selbstverständlichkeit auftritt.

00:02:13: Die dem Boomer oder einer anderen vorhergegangenen Generation schon fast wie eine Unverschämtheit vorkommt etwas, was sie sich selbst niemals zu oder eingestanden hätten.

00:02:25: Und das ist auch das, was ich immer wieder höre.

00:02:27: Das hätte ich mir niemals erlaubt!

00:02:30: Gleichzeitig wollen Sie natürlich nicht uncool sein und versuchen dann irgendwie so befreundet und irgendwie ganz nahbar im Führungsstil mit der Gensette zu sein.

00:02:41: Letztendlich geht aber diese wütende Energie oder dieser Enttäuschung oder dieser Ärger über das Gegenüber ja nicht verloren.

00:02:48: Das heißt über die Zeit werden sie noch auch saurer.

00:02:52: Die GenZ hingegen hat ja einen neuen Code, würde ich mal sagen des Arbeitens.

00:02:58: also es geht eben ganz viel um Mental Health, es geht um Self-Care.

00:03:02: die kündigen auf jeden Fall auch schneller wenn's ihnen nicht passt sind in einer sehr starken Kokon Kindheit aufgewachsen aber eben auch Krisensozialisations erfahren und natürlich im ständigen Vergleich durch Social Media.

00:03:16: Ich glaube, dass die sehr wohl leistungsorientiert sind.

00:03:20: Dass aber diese Forderungen, die schnellen Kündigungen oder vielleicht manchmal auch das Drama eher als Ausdruck von Verletzlichkeit zu sehen ist?

00:03:30: Oder sind weil auf der einen Seite Werte orientiert und ambitioniert zu sein definitiv etwas ist was sie auszeichnet Auf der anderen Seite sind Sie viel verunsichert und auch häufig konfliktscheu Und haben jetzt sich so eine hohe Frustrationstoleranz.

00:03:47: Und genau da entstehen dann natürlich diese Konflikte und ich glaube, dass das wie gesagt eine Projektionsfläche ist weil die sich gegenseitig triggern mit.

00:03:58: und wir haben auch ne ganz tolle Folge über Trigger gemacht die sei an dieser Stelle nochmal getiesert weil eine Projektion und ein Trigger ja immer darauf aufmerksam machen, wo vielleicht auch das eigene Entwicklungspotenzial liegt.

00:04:14: Weil wir das in uns selbst aber so schwer verknusen können einzugestehen dass wir vielleicht selbst hier einen Wachstumspotenziale oder vielleicht sogar eine Wachsungsnotwendigkeit haben, werten wir das gegenüber ab um es innerlich leichter aushalten zu können.

00:04:31: Und deshalb sage ich, dass die Ärgernisse ein Diagnosetool sind weil letztendlich ist das Beziehungssystem von der GENZ zu älteren Generation oder zu ihren Führungskräften ja eins in dem beide gleichermaßen das Drehbuch schreiben Und jetzt aneinander oder miteinander zu wachsen und das wirklich als Prozess zu nutzen, würde ja bedeuten dass ich mich mal damit auseinandersetze was mich jeweils im Gegenüber eigentlich so triggert.

00:05:03: Dafür habe ich mir ein paar Gedanken gemacht und vielleicht nimmt das dich als Jen Zettler mit und auch dich als ältere Führungskraft.

00:05:13: Thoughtful Leadership und ich fange mal mit den Führungskräften an bedeutet, dass ich über mich selbst gut Bescheid weiß.

00:05:21: Also mal zu gucken was genau triggert mich da eigentlich?

00:05:25: Wenn zum Beispiel jemand irgendwie sagt hey ich will achtzig Prozent remote arbeiten und dich das irgendwie richtig sauer macht dann kannst du ja mal überlegen was das eigentlich entweder darüber sagt was du dir selbst erlaubst an Freiheit und an Selbstbestimmung oder auch wie dein Menschenbild dieser Generation geprägt ist, weil vielleicht gibt es ja auch ein anderes System als über Präsenz quasi Kontrolle auszuüben und stattdessen vielleicht eher ergebnisorientiert und über Vertrauen zu führen.

00:05:57: Und das hat natürlich immer beide Seiten.

00:05:59: ich gehe gleich noch mal auf die Gen Z ein aber hier wäre es ja spannend mal zu gucken.

00:06:04: okay wenn nicht das ganze positiv bewerte?

00:06:07: Wenn ich sage Ich vertraue den Menschen arbeiten, vielleicht nicht achtzig Prozent.

00:06:13: Weil bei uns eben auch die Regel gilt sich auf dem Flur begegnen zu können und dadurch in den fachlichen Austausch zu treten dann würde das Ganze schon ein bisschen gestalten werden.

00:06:22: oder wenn es eine große Kündigungswelle von Jen Zettlern gibt, Bashing und in der Bewertung zu verlieren, sondern mal zu überlegen wo vielleicht auch Onboarding Prozesse nochmal anders organisiert werden können.

00:06:38: Ich glaube das es für die Führungskraft auch total wichtig ist die Rolle zu klären also eben nicht kumpel zu sein, sondern ganz klar die Verantwortung als Führungskraft wahrzunehmen erstens den reifen Prozess der GEN-Set zu unterstützen und dadurch zweitens eben auch Erwartungen sehr transparent zu formulieren und Konsequenzen aufzuzeigen.

00:06:58: Ich glaube, dass es darum geht einen ganz klaren Rahmen und eine Klarheit zu geben.

00:07:04: Und fair mit Macht umzugehen, sodass man aus diesen Bewerten und Belären rauskommt und eben besser einordnen kann auf der einen Seite was diese Generation bewegt und auf der anderen Seite aber auch sehr spezifisch Dinge zuzumuten.

00:07:18: Denn die Genset darf auch lernen das wenn ein hoher Anspruch an sie gestellt wird Dass das kein Affront ist sondern dass es eigentlich eher ein Kompliment dahingehend ist Was man ihnen Zutraut.

00:07:28: Also auf der einen Seite der persönliche Trigger, was löst das in mir aus und was möchte ich mir vielleicht für mich selbst mehr erlauben?

00:07:36: Und auf der anderen Seite aber auch mal diesen Trigger zu nutzen um zu gucken was im eigenen System also im Organisationssystem in der Unternehmung noch verbessert werden kann.

00:07:48: Und die Genset auf der anderen Seite darf auf jeden Fall lernen, mehr Verantwortung zu übernehmen.

00:07:54: Das bedeutet nämlich dass wenn sie flexible Modelle wollen das Sie auf jeden fall auch saubere Output Standards liefern, dass sie saubre Kommunikation klare Kommunikations pflegen, dass Sie Verfügbarkeit zeigen und das vor allen Dingen auch Qualität nachhaltig und auch nach gemeinsamer Erwartungsvereinbarung abgeliefert wird.

00:08:16: ich glaube das was sie triggert, nämlich die sind irgendwie so langsam oder irgendwie so darauf aus mühsal irgendwie auszuhalten dass das ja auch etwas zeigt was die gen set noch entwickeln darf.

00:08:30: Nämlich vielleicht eine langstrecken kompetenz also mal dran zu bleiben auch mal Hindernisse zu überwinden und ein nein nicht als identitäts Kränkung zu sehen, sondern einfach auf einer Sachebene zu verstehen.

00:08:44: Dass das ein Zwischenstand von einem Projekt sein kann und dass es danach aber immer noch weiter geht, dass dann die Welt eben nicht untergeht.

00:08:51: Ich glaube auch dieses Ohr sind Träge- und Innovationsscheu was ja häufig so der Vorwurf ist Vielleicht auch nochmal die Genset aufrufen darf, Organisationslogiken noch mal besser zu verstehen und noch einmal besser zu verstehen.

00:09:07: Dass es auch informelle Kommunikationswege geben kann aber das ist für das Wohlbefinden aller wichtig ist sich an bestimmte prozessuale Regeln zu halten dass es auch für ein sauberes Stakeholder Management total wichtig ist.

00:09:22: Und wenn zum Beispiel der Vorwurf kommt, ja das Gespräch ist nicht auf Augenhöhe oder die sind irgendwie zu streng.

00:09:30: Dann kann man den Träger eben für sich als Generation Zettler sozusagen positiv verwertet auch bedeuten dass man an seiner eigenen Konfliktfestigkeit noch ein bisschen arbeiten kann.

00:09:45: Also ich glaube, wenn man erkennt dass in diesem Konflikt ganz viel Selbstaussage drin steckt und ganz viele Anzeichen dafür also früh anzeichen und Diagnosestoff liegt um zu verstehen was man in sich selbst weiterentwickeln kann erst dann kann dieses Gespräch wirklich geführt werden.

00:10:06: Und zwar auf Augenhöhe und konstruktiv.

00:10:10: Ich hoffe, dass ich damit ein bisschen zum Denken angeregt habe, sodass diese Auseinandersetzung dann von eben gegenseitigem Lernen geprägt sein kann.

Über diesen Podcast

Alle paar Wochen nehmen sich Ragnhild Struss und Johann Claussen Zeit zum Deep Dive vor den Podcast-Mikros: Gemeinsam mit Interviewerin Jalée Grau diskutieren sie die großen Fragen der Persönlichkeitsentwicklung, Job- und Lebensplanung:

Was hat Geduld mit Erfolg zu tun? Wie entsteht ein gesunder Selbstwert? Was bedeutet es, wenn ich nie zufrieden bin? Wie finde ich einen Job, der wirklich zu mir passt?

In einer Mischung aus theoretischem Wissen und praktischer Erfahrung gehen die Podcast-Hosts menschlichen Verhaltensmustern auf den Grund, hinterfragen innere Überzeugungen und beleuchten die Macht des Unbewussten. Denn – so ihre Überzeugung und das Motto ihres Unternehmens Struss & Claussen Personal Development: Alles beginnt im Innen.

Viel Spaß und Inspiration beim Hören!

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von und mit Ragnhild Struss und Johann Claussen

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