Von innen nach außen - Struss & Claussen

Von innen nach außen - Struss & Claussen

Transkript

Zurück zur Episode

00:00:00: Wir assoziieren mit Fortschritt automatisch technische Entwicklung.

00:00:06: Und das ist doch eigentlich absurd.

00:00:08: Im Moment führt die Technik dazu, dass wir riskieren, beim menschlichen Fortschritt auf der Strecke zu bleiben.

00:00:15: Zu jeder Stunde A.I.

00:00:16: interessiert, müsste eigentlich auch eine Stunde selbst für Sorge mit Selbstbeobachtung, Introspektion

00:00:22: kommen.

00:00:22: Wenn ich jetzt die halbe Stunde gespart habe durch Technik und sage, okay, ich möchte die Verbindung zu mir wiederfinden, die ich verloren habe, wie funktioniert das?

00:00:31: Ja, in dem Fall wäre es wahrscheinlich das erste, das überhaupt auszuhalten.

00:00:34: Ja.

00:00:36: Hallo und herzlich willkommen bei von innen nach außen Struss und Klausen, unserem Podcast für Persönlichkeitsentwicklung, Job und Lebensplanung.

00:00:44: Mein Name ist Jali Grau und ich sitze hier regelmäßig zusammen mit dem Experten-Team aus Daniel Struss und Johann Klausen.

00:00:50: Die beiden sind nicht nur die Inhaber von Struss und Klausen Personal Development, sondern beraten auch seit vielen Jahren Menschen dabei, beruflich und privat ihr Potenzial zu entfalten.

00:00:59: Wir tauchen in unseren Folgen tief in die Theorie ein und verbinden sie mit Beispielen aus der Berufspraxis, die du auf deine persönliche Situation anpassen kannst.

00:01:08: Legen wir los!

00:01:16: Mit diesem riesengroßen Thema wollen wir uns heute beschäftigen.

00:01:23: In unserer Dreierkombination hier Johann Klausen mir gegenüber und Ranghild Struss sitzt neben mir.

00:01:29: Liebe Ranghild, ich fange immer mit dir an.

00:01:32: KI, wir haben ja schon einige Folgen rund um dieses Thema aufgenommen und es hört gar nicht auf.

00:01:38: Uns fällt immer wieder was Neues ein.

00:01:40: Heute wollen wir mal die Brücke schlagen zu uns selber.

00:01:44: Einstiegsfrage ganz anders, wie nutzt du ChatGPT privat.

00:01:49: Also fragst du ChatGPT als quasi deinen Coach, Berater, Therapeuten oder in, ich glaube bei dir ist es eine Frau, ne?

00:01:58: Was fragst du dir so?

00:01:59: oder fragst du dir überhaupt was?

00:02:01: Also bei mir ist eine Frau, ChatGPT, die künstliche Intelligenz.

00:02:07: Und ich kann mich noch genau an die erste Frage erinnern, die ich ihr gestellt habe, die ein bisschen persönlicher war.

00:02:14: Und zwar habe ich sie damals gefragt, nach allem, was du durch alle Unterhaltungen, die wir gemeinsam hatten, über mich weißt, inhaltlich, persönlich und interpretiert aus meiner Sprache.

00:02:27: Was glaubst du über mich zu wissen, was ich nicht über mich selbst weiß?

00:02:32: Mega spannende Frage.

00:02:33: Und das

00:02:33: war so abgefahren.

00:02:35: Ich bin mich fast abgebrochen.

00:02:36: Also ich fand das total faszinierend.

00:02:39: Und ab und zu steige ich mit ihr über einen konstruktiven Dialog ein.

00:02:45: Ich würde aber das genau so sagen, dass es eben über einen konstruktiven Dialog ist, weil es für mich eine Brücke ist.

00:02:51: Ich erwarte nicht von Chatty G, dass sie mir ausgeklüngelte Demenzweisheiten, die persönlich auf mich zugeschnitten sind, gibt.

00:02:58: Aber ich erwarte von ihr, dass die meine Perspektive erweitert und ich dann vielleicht auch in eine bessere Beziehungsgestaltung nicht nur zu mir selbst, sondern vor allem auch mit anderen einsteigen kann.

00:03:10: Ich

00:03:13: habe noch keinen Kursennamen vergeben, wobei ich im Chatty, wie das Jugendwort, ja Chatty, finde ich eigentlich cool.

00:03:21: Ich bin mit diesen Themen gehe ich ja in meinem Profil und meiner Persönlichkeit immer ein wenig skeptischer.

00:03:27: erst, drehe ich dem gegenüber und mittlerweile nutze ich das gerne für eben so Austausch, dass ich zum Beispiel frage, wie würden und dann nenne ich die Person, die ich spannend finde, meinetwegen irgendwie psychologen oder ähnliche.

00:03:41: Und dann, wie würden die darauf antworten bzw.

00:03:43: was würden die noch ergänzen etc.

00:03:44: Das finde ich immer so ganz spannend, dass man so einen kleinen Diskurs bekommt.

00:03:48: Und insofern nutze ich es auch, aber würde dann schon einmal noch mal nachgucken, ob das auch so gesagt wurde.

00:03:54: Gute Inspiration für die Nutzung, würde ich sagen, jetzt schon am Anfang.

00:03:58: Was stellt ihr so allgemein fest?

00:04:01: Wie hat sich das verändert?

00:04:02: Man hört ja irgendwie immer mehr.

00:04:04: dass Menschen Chat GPT als Therapeuten Ersatz oder Ergänzung nutzen oder als Coaches, was hat sich da entwickelt in der letzten Zeit?

00:04:13: Ich muss kurz überlegen, wie ich jetzt antworte auf die Frage, weil es hat sich genau so entwickelt, die Themen, die überproportional häufig besprochen werden, sind emotionale Themen.

00:04:22: Und das hat uns ja auch dazu veranlasst, mal zu überlegen, woran liegt es eigentlich und wie sind diese Systeme designed und was bedeutet das auch für uns?

00:04:31: als Menschen, die ja zu mündigen Bürgern bestenfalls sich selbst und durch andere erzogen werden sollten, damit wir auch langfristig in einer guten, tragfähigen Demokratie leben, damit wir eine gute Gesellschaft aufbauen, damit wir wirtschaftlich gut agieren können, damit wir schöne Beziehungen führen können und damit wir auch weiterhin Menschen sind, die auch einen tiefen Lebenssinn erleben.

00:04:52: Und deshalb wollten wir uns mit dem Thema ja mal so ein bisschen auseinandersetzen, weil wir schon feststellen, gerade bei jüngeren Menschen, dass sie doch zu einer starken Vermenschlichung der Maschine neigen.

00:05:02: Und das, glaube ich, ist eine der größten Veränderungen, dass wir, glaube ich, das erste Mal... in der Geschichte jetzt wirklich auch eine Beziehung zur Technik aufbauen.

00:05:11: Während früher ja eigentlich die Technik immer das Versprechen hatte, die Welt zu bezwingen und dadurch für uns mehr Bequemlichkeit und mehr Zeit zu produzieren.

00:05:20: Und jetzt ist es also das erste Mal so, dass die Technik nicht nur eine Brücke zur Welt baut, was ja auch in vielen Teilen total cool ist, weil sie den Autonomieramen erweitert, sondern dass die Technik auch vermittelt zwischen der Welt und mir.

00:05:35: Und dass ich eben zur Technik selbst so eine richtige Beziehung habe.

00:05:39: Das ist ja lange wirklich eine Utopie.

00:05:41: Genau.

00:05:41: War, und jetzt auf einmal war es echt verrückt.

00:05:44: Aber

00:05:44: wenn das so ist, dann prägt sie eben auch die Beziehungen, die wir führen.

00:05:48: Also dann hat sie einen unmittelbaren Einfluss.

00:05:50: Und das war für uns wichtig, darüber mal nachzudenken.

00:05:52: Ja,

00:05:52: das ist total schöne Einstieg.

00:05:54: Jeder hatte ja vielleicht zum ersten Auto, zum ersten Fahrrad, zum ersten, was auch immer, bestimmte Beziehung.

00:05:59: Das gab es schon immer und hat den vielleicht sogar einen Kosenamen gegeben.

00:06:02: Einige haben es dann mehr geputzt und andere weniger.

00:06:04: Das bleibt mal dahin gestellt, wie man damit umgeht.

00:06:07: Aber jetzt finde ich es gespannt, dass man wirklich eine... Austausch führt, also man tritt ja in Verbindung und wir werden ja noch ein bisschen darüber sprechen, wie das dann eben ausgestaltet wird, weil letztendlich ist es natürlich momentan einfach eine Maschine, large Language Models, die denn eben das mit aufgrund ihrer ganzen Informationen, die man den eingespeist hat, logischerweise in irgendeiner Weise antworten.

00:06:28: Und jetzt habe ich logischerweise gesagt, deswegen muss ich es noch einmal wiederholen, darüber haben wir nämlich mal einen kleinen Witz gemacht, weil meine AI im Kopf bringt manchmal auch dann ein Wort hervor, was ich vielleicht Moment gerne benutze.

00:06:40: Also ich komme zum Thema zurück.

00:06:41: Ich glaube, das Wichtige ist der Austausch.

00:06:43: Und wenn man sich nochmal einmal wieder rausbiemt und zu gucken, wie wird das eben genutzt, ist es ja spannend, dass die hauptsächliche Lutzung sich dann im Austausch eigentlich beschäftigt.

00:06:51: Wie bin ich und die Welt?

00:06:53: Oder kannst du mir bei etwas helfen?

00:06:55: Oder ich habe ein Beziehungsproblem etc.

00:06:58: Könnte man ja auch schon mal eben psychologisch und ganzheitpsychologisch darauf hindeuten, dass wir eigentlich eine Sehnsucht nach Verbindung haben, nach gesehen werden, nach Austausch.

00:07:08: etc.

00:07:09: Und jetzt ist die Frage, okay, wie nutzen wir das?

00:07:11: Also das Nutzungsverhalten ist psychologisch für mich total spannend.

00:07:15: Ich möchte mit jemandem Austausch treten.

00:07:18: Wenn ich jetzt eine Frage habe zu Beziehungen mir selber, was auch immer.

00:07:22: Früher hätte ich ja wahrscheinlich eine Freundin, Freund angerufen oder hätte mich irgendwie aufs Sofa gelegt und vor mich hin gegrübelt.

00:07:30: Wieso machen wir das nicht mehr?

00:07:32: Oder ist das jetzt eine zusätzliche Beziehung zu der Technik?

00:07:36: Also wie, wie kam das überhaupt, dass jetzt auf einmal das ersetzt oder ergänzt wurde?

00:07:41: Das ist mir noch nicht so richtig klar.

00:07:43: Also ich glaube, manche Gründe sind rein praktisch.

00:07:45: Die Technik ist immer verfügbar, die wird nicht müde, die meckert nicht mit dir, die ist immer irgendwie einverstanden, die konfrontiert dich nicht besonders und es ist leicht mit ihr zu kommunizieren.

00:07:56: und vor allen Dingen musst du keine Geheimnisse innerhalb von deinen Lebensbeziehungen preisgeben.

00:08:01: Also es ist quasi so... neutrale Parallelbewegung, die da stattfindet.

00:08:07: Und das wissen wir aus Untersuchungen.

00:08:09: Menschen haben leider leider, ich betrachte das auch mit großer Sorge, das Gefühl von der Maschine verstanden zu sein.

00:08:17: Also sie fühlen sich irgendwie emotional aufgehoben in den Dialogen, was natürlich aber auch daran liegt.

00:08:22: dass sie bestätigt werden und dass sie sich in der zistischen Echo-Kammern aufhalten.

00:08:28: Aber genau, es ist wie Johann sagt, es ist ein Gefühl von Verbindung, obwohl das nicht wirklich tragfähig ist auf Dauer, weil einfach das Lebendige daran natürlich fehlt und wir auch nicht wirklich Berührung, also auch im seelischen Sinne durch die Maschine erfahren, aber es ist eben... einfach verfügbar und unabhängig quasi von den Lebensbeziehungen.

00:08:49: Man muss nicht befürchten, im Anschluss dann irgendwie den Menschen in die Augen zu schauen.

00:08:55: Und was macht das?

00:08:56: Können wir das jetzt schon sagen?

00:08:58: Oder was vermutet ihr, was macht das mit echten Beziehungen zu echten Menschen?

00:09:03: Also das, glaube ich, ist noch ein bisschen früh.

00:09:05: Man kann natürlich mutmaßen, dass es eben doch sehr viel genutzt wird, um eben dann vielleicht in anderen Beziehungen diese Fragen noch nicht zu stellen oder sich noch nicht trauen, die zu stellen.

00:09:17: Also es kann eben wie gerangelt ja auch einleitend sein, es kann einen ganz tollen Raum öffnen und mal gänzend ein, die Möglichkeit zu geben, vielleicht auch in schlechteren Gefühlen schneller Kontakt und einen Austausch zu finden.

00:09:28: Und bei anderen würde ich natürlich sagen, hey, dass dieses wirklich sich richtig in eine Beziehung auf, die man auch sehen kann, die man dann vielleicht auch spüren kann, wo es auch mal ein Konflikt gibt, wo es vielleicht auch mal eine andere Meinung gibt, finde ich gerade bei Freundschaften und auch bei Kolleginnen total wichtig, dass die einem auch darauf hinweisen, dass man möglicherweise irgendwie die Sprache anders war, als man sie selber wahrgenommen hat, vielleicht härter oder vielleicht hektischer.

00:09:54: Und das ist natürlich hier alles wird ja sehr stark gesteuert und logischerweise so gesteuert.

00:09:58: Das muss man sich schon auch immer klarmachen, dass das Prinzip will, dass du am Ball bleibst.

00:10:02: Also du solltest einfach mehr nutzen und das wäre schon auch ein Addiction oder ein, man wird schon natürlich auch süchtiger nach solchen Strukturen einfach mehr Fragen zu stellen, mehr ausgeschüttet zu bekommen.

00:10:13: Es ist sofort verfügbar, es nörgelt nicht, es macht nichts.

00:10:17: Ich glaube, dass man sich generell mal fragen muss, was macht eigentlich Technik mit Lebendigkeit?

00:10:21: Also, was Johann gerade meinte, finde ich total interessant.

00:10:24: Wir haben schon immer Lebendigkeit auch in Dinge projiziert, damit wir mit ihnen in Verbindung treten können.

00:10:31: Also, damit wir irgendwie eine Beziehung aufbauen können.

00:10:34: Aber jetzt nimmt das ja solche Züge an, dass wir quasi, wenn wir nach Hause kommen und unser Smart Home quasi schon vorher wusste, wann wir es betreten, für uns das Licht anmacht oder irgendwie schon Musik anmacht oder so.

00:10:45: Das heißt, wir... haben irgendwie so das Gefühl, aufgehoben zu sein, geborgen zu sein, in Sicherheit zu sein.

00:10:52: Das heißt, die Technik, die simuliert schon auch ein gewisses emotionales Erleben.

00:10:57: Und ich bin sowieso, und da sind wir uns ja einig, Johann, ich habe vorhin vor der Folge ein bisschen darüber gesprochen, natürlich geht es bei der Technik nicht darum, ob sie jetzt gut oder schlecht ist und ob das jetzt gut oder hinderlich für uns ist, mit ihr umzugehen, sondern ich glaube, wir haben uns ganz doll die Frage zu stellen, wie gehen wir denn eigentlich mit ihr?

00:11:16: ja, weil was wir schon auch merken ist, dass trotz dieser Vernetzung weniger Verbindung auftaucht.

00:11:22: Menschen sind einsamer zum Beispiel.

00:11:24: Es gibt viel mehr Stress in Beziehungen.

00:11:26: Wir neigen auch dazu eher eine Oberflächlichkeit zu riskieren, weil muss man sich doch alleine mal vorstellen, früher bist du irgendwie... Keine Ahnung, zu einem Festival gegangen und du hast es irgendwie erlebt und man hat sich in die Augen geguckt und man war da emotional berührt.

00:11:40: Es gab einen Resonanzraum für das was passiert ist und jetzt betrachtest du das durch dein Handy.

00:11:45: Das heißt zwischen dir und der Welt ist wie so eine

00:11:47: Membran

00:11:48: die ganze Zeit und du betrachtest die Welt ja eigentlich während du sie dreidimensional erlebst, betrachtest du sie zweidimensional.

00:11:55: Das an sich macht ja schon oberflächlicher.

00:11:58: Und dann bist du vielleicht noch damit beschäftigt, möglichst schnell das Superbild vom Konzert jetzt zu teilen.

00:12:03: Und dann bist du während du da bist, damit beschäftigt, zu gucken, wie die Resonanz von deinem Freundes- oder Bekanntenkreis darauf ist.

00:12:10: Das heißt, es gibt ganz viel Druck, es gibt viel mehr Konkurrenz.

00:12:13: Wir stellen Menschen viel mehr in so eine Marktlogik, als wir das früher gemacht haben.

00:12:18: Und das sind schon, denke ich, Dinge, die auch mit Vorsicht zu beobachten sind.

00:12:22: Und ich könnte davon noch ganz viele weitere sagen.

00:12:23: Aber ich glaube, du willst versagen, jemand...

00:12:25: Mir war da nur eingefallen, das ist jetzt ganz groß.

00:12:27: oder auch kleinere, erfolgreiche Künstler gibt, die eben dann wirklich auch sagen, das ist das Last Song.

00:12:33: Und dann lass uns noch mal alle das Handy weglegen und das jetzt wirklich einfach mal erleben und lieber unseren Nachbarinnen und Nachbarn hier anschauen und irgendwie mal richtig dahin schwingen und eben ein Resonanzkörper aufmachen.

00:12:45: Und ich glaube, das ist ganz was wichtig.

00:12:46: Diese Schwingung, diese Resonanz, die ist eben eben, wie Range sagt, immer über etwas, was quasi transportiert wird, eben ein technisches Gerät und das verändert total.

00:12:58: Ihr habt ja gerade gesagt, das verändert Beziehungen.

00:13:00: Die erste Beziehung, die wir führen, ist ja die zu uns selbst.

00:13:04: Was macht das mit uns, also mit unserer eigenen?

00:13:07: Beziehungsgestaltung.

00:13:08: Genau.

00:13:09: Ich würde sogar provokant sagen, die Beziehung, die erste Beziehung, entwickelst du natürlich über deine Spiegelnarolen wahrscheinlich.

00:13:16: Also, klar, du hast auch zu dir gleich eine Beziehung, aber kleine Babys entwickeln ja erst mal über ihr Gegenüber.

00:13:22: Viele Gefühle, zumindest ist es so in der Forschung dargelegt, dass das eben da natürlich auch was ausmacht, wenn die Mutter der Vater, die Beziehungsperson, meinetwegen auch alles im Handy oder in Cheb-G-B-Tee eingeben.

00:13:33: Das wissen wir ehrlich gesagt natürlich noch nicht, was das für Auswirkungen hat.

00:13:36: Das

00:13:36: können wir dann... erst wenn die Generation erwachsen ist, rausfinden.

00:13:41: Also ich glaube, dass eine gesunde Gesellschaft und auch in ihren kleineren Einheiten, also eine gesunde Familie, eine gesunde Paarbeziehung, gesunde Arbeitsbeziehung verlangen eigentlich mündige, emotional und sozial kompetente Menschen.

00:13:56: Und ich glaube, dass es deshalb gerade in Zeiten von KI noch wichtiger wird, dass du dich selbst wirklich gut kennst.

00:14:04: Weil wir ja so einen krassen Außenfokus haben.

00:14:07: Also zum Beispiel, wenn ich jetzt mit der KI die ganze Zeit in einen persönlichen Dialog trete, den ich vielleicht eigentlich mit meinem Partner führen müsste, dann kann das dazu führen, dass ich in Beziehungen eigentlich eine Verrohung meiner sozialen Kompetenzen erlebe.

00:14:22: Das heißt, ich werde viel ungeduldiger, ich bin vielleicht ein bisschen intolerant.

00:14:26: wenn mir dann nach dem dritten Mal quasi Spracheingabe bei meinem Gegenüber immer noch widersprochen wird.

00:14:32: Vielleicht wird es für mich auch schwerer Kompromisse zu finden, weil ich so eine Konfliktfähigkeit gar nicht mehr habe.

00:14:37: Ich habe vielleicht auch eine geringere Problemlösefähigkeit, weil ich ja ganz schnell sozusagen meine Gedanken nach außen schicke und von außen eine Lösung erwarte.

00:14:47: Das heißt, Ich entwickle eine funktionale Beziehung zur Welt, die darauf ausgerichtet ist, dass ich schnelle Ergebnisse bekomme, dass es keine Unklarheit mehr gibt, also keine Ambiguitäten, dass alles immer irgendwie eindeutig ist, dass es auch meiner Meinung irgendwie entspricht.

00:15:04: Also ich möchte auch bestätigt und geschmeichelt werden.

00:15:07: Und das Paradoxe aber daran ist, dass ich dadurch eigentlich das Vertrauen in meine eigenen Fähigkeiten verliere, weil ich gar nicht mehr so stark mit mir selbst... verbunden bin.

00:15:18: Und das finde ich so einen wichtigen Aspekt, weil ich glaube, dass die Fähigkeiten der Zukunft vor allen Dingen darin wurzeln, dass ich zu mir selbst eine gesunde Beziehung habe, dass ich verstehe, was sozusagen meiner Seele, meinem Selbst, mir im Kern dient und was mir eigentlich eher nicht so sehr dient.

00:15:41: Und damit meine ich nicht, was gut ist und sich leicht und easy anfühlt, sondern damit meine ich auch die Struggles im Leben, die Widerstände, die Ungereimtheiten, die Konflikte für mich im eigenen Wachstum produktiv lösen kann.

00:15:57: Und das ist für die Arbeit ja unfassbar wichtig.

00:16:00: Der Fachbegriff hier ist ja Individuation, darf ich verraten.

00:16:03: Vielleicht könnt ihr da nochmal drauf eingehen, was bedeutet das ganz genau in diesem Zusammenhang?

00:16:09: Ja, das heißt eigentlich so Selbstwertung oder eben das am Grundenteil des Persönlichkeitsentwicklungsthemas oder auch eben, dass wir das, was in uns selbst angelegt ist, dass wir das eben mehr und mehr aus dem Unbewussten, auch vielleicht aus dem Schattierung und Schattenanteilen herausbewegen und bewusster machen.

00:16:24: Und das ist eigentlich ein lebenslanger Prozess, der, wenn man jetzt nette Crane Least eben ein Abenteuer ist, das dann dadurch Freude macht und wie Rangel gerade gesagt hat, ganz wichtig eben nicht einfach ist, sondern eben etwas ist, was aber dann ständig wie so eine Heldenreise oder Heldinnenreise eben dazu dient.

00:16:42: dass man irgendwie vorankommt, sich besser kennenzulernen.

00:16:46: Kann man so vergleichen mit so einem Bildhauer?

00:16:48: Selbstwertung bedeutet, die Person zu werden, die du im Kern bist.

00:16:53: Also immer mehr von dem los zu werden, was nicht zu dir gehört, damit immer mehr sichtbar wird, von dem, wer du bist.

00:16:58: Also quasi, dass du aus so einem Klotz eine Figur rausmeißelst.

00:17:03: Und es gibt bestimmte Anlagen.

00:17:05: Du kannst jetzt aus einem einmal fünfzig Zentimeter Klotz kannst du jetzt auch nicht irgendeine Figur mit einem drei Meter Durchmesser.

00:17:12: Meisteln.

00:17:13: Es geht halt nicht.

00:17:14: Genau, und das Spannende daran ist, dass du auch vorher eben nie genau weißt, wie die Entwicklung zustande kommt bzw.

00:17:20: was sie dann auch in dir verändert.

00:17:22: Also das heißt, es muss auch immer wieder was losgelöst werden, abgelöst werden.

00:17:26: Deswegen macht es für viele Leute auch erst mal ein bisschen Sorge, weil die haben noch nie richtig gute Beziehungspflege gelernt.

00:17:33: Das vergleichen mit zum Beispiel, dass das Arbeit kostet, so ein bisschen, paar Partnerschaft kostet Arbeit oder Ehe kostet es Arbeit.

00:17:39: Und ich würde eher sagen, nee, die Beziehung zu dir ist total wichtig.

00:17:43: natürlich mit Gefühl mit dir zu haben, gleichzeitig aber dich auch darauf einzustellen, dass Sachen dich triggern werden, dass Sachen nicht ganz einfach sind, dann dem gegenüber aber auch einen Raum zu geben, zuzuhören, wirklich in den Kontakt und einen Austausch zu treten.

00:17:55: Und das ist immer so ein Gestaltungs- und Verwandlungsprozess im Grunde, dem eigentlich die Natur ohnehin immer ausgesetzt ist, also Pflanzen ausgesetzt sind, Bäume ausgesetzt sind.

00:18:03: Also, nothing is forever.

00:18:05: Heute ist... Genau, die Schlange, die sich heutet.

00:18:08: Und das ist für uns total wichtig und kann, ehrlich gesagt, auch richtig Freude machen.

00:18:11: Und das ist über das jetzige Chatchi-BT-Tool oder über die Large-Language-Models oder ähnliches, glaube ich.

00:18:17: Das ist natürlich super, wenn es im Alltag uns unterstützt und hilft und begleitet.

00:18:22: Es darf nur nicht den Austausch ersetzen, überhaupt in Kontakt zu treten, sowohl mit uns selber als auch mit anderen.

00:18:29: Weil dann verlieren wir, glaube ich, den Bezug auch manchmal wirklich zu angelebten Leben.

00:18:35: Ja, Technik macht das Leben ja auch so unfassbar schnell.

00:18:38: Also was ich so spannend finde an der Technik, wir assoziieren mit Fortschritt automatisch technische Entwicklung.

00:18:46: Und das ist doch eigentlich absurd, weil im Moment führt die Technik dazu, dass wir riskieren, beim menschlichen Fortschritt auf der Strecke zu bleiben.

00:18:56: Weil eigentlich sagt ja das Versprechen der Technik und es hat ja auch irgendwie sowas Magisches.

00:19:01: Wir machen die Welt so funktional, dass wir sie beherrschen, dass wir sie kontrollieren, dass das Leben bequemer wird.

00:19:07: Das heißt, die Technik verspricht, es wird einfacher und du hast mehr Zeit.

00:19:11: Und du kannst dich weltweit vernetzt und bist nie wieder alleine.

00:19:13: Aber das geht alles gar nicht richtig auf, weil die Zeit, die wir dann gewinnen, die investieren

00:19:19: wir eben nicht

00:19:20: für Muße, für in sich selbst hineinhorchen, innere Stabilität aufzubauen, sondern die investieren wir dann, um noch mehr Hustle zu erleben und um noch mehr uns von außen sozusagen zu briseln.

00:19:32: Und das nur einen Satz noch, sorry, weil ich finde es so interessant, sich dann mal zu überlegen, hey, je technologisier- Wir sind, desto mehr!

00:19:43: sind wir auch selbst funktional.

00:19:45: Das merkst du ja schon daran, wenn du Leute fragst, wie hast du denn geschlafen?

00:19:47: und der erste Blick geht irgendwie auf die App vom Aura Ring oder so, um erstmal zu prüfen, wie habe ich denn geschlafen, ja?

00:19:54: Nee, diese Verbindung zu sich selbst.

00:19:56: Ich möchte nur einfach darauf aufmerksam machen, sorry, das ist mir so ein wichtiger Punkt.

00:20:00: Ich habe in den Beratungen, die ich durchführe, so häufig das Gefühl, dass die Konflikte der sozusagen Schmerz, der in der Arbeit vor allen Dingen auch entsteht, ganz stark darauf zurückzuführen ist, dass die Verbindung zu sich selbst nicht mehr gut funktioniert, dass Persönlichkeit zum Acid geworden ist.

00:20:21: Wir behandeln Persönlichkeit quasi wie Marktkapital, also wie so eine Ware, die besonders schön im Schaufenster sein muss.

00:20:29: Aber was du dann letztendlich im Regal hast, ist irgendwie auch nicht mehr so wichtig.

00:20:32: Und deshalb, glaube ich, ist es so spannend, sich selbst mal zu überlegen, wie werde ich eigentlich persönlich von der Technik beeinflusst?

00:20:39: Und

00:20:39: hat das einen positiven oder negativen Effekt darauf, wie gut ich mit mir selbst verbunden bin, wie stark ich meine Selbstwertung vorantreibe?

00:20:49: Wie funktioniert das genau?

00:20:50: Ich werde jetzt wieder hier.

00:20:51: Vertreterin unserer Zuhörerschaft.

00:20:54: Ich glaube, wenn man euch so zuhört, dann kann man eigentlich immer nur zustimmen, nicken.

00:20:59: Und gleichzeitig merke ich in mir so ein bisschen Alarmsignalgefühl, also ganz schön große Aufgabe, finde ich.

00:21:05: Wie mache ich denn das?

00:21:06: Also wenn ich jetzt die halbe Stunde gespart habe durch Technik und sage, okay, ich möchte die Verbindung zu mir stärken oder vielleicht wiederfinden, die ich verloren habe.

00:21:15: Wie funktioniert das?

00:21:16: Was kann ich überhaupt tun, um diesen Individuationsprozess?

00:21:20: zu gestalten.

00:21:22: Ja, in dem Fall wäre es wahrscheinlich das erste, es überhaupt auszuhalten.

00:21:26: So wichtig.

00:21:27: Einfach einmal durchatmen.

00:21:28: Ehrlich gesagt, weil die Leute sind ja nicht entspannter.

00:21:31: Also das Thema ist alles, was bisher hilft, führt bei vielen Menschen, nicht bei allen, aber eher dazu, dass sie noch mehr machen wollen.

00:21:38: Also diese Überbetriebsamkeit wird ja fast pathologisch.

00:21:42: Also es ist nicht so, dass jemand ja jetzt sagt, ich muss ein Diktat für die Schule vorbereiten oder ein Diktat, wenn ich jetzt kein Beispiel habe, einen Vortrag.

00:21:50: hat mir alles in fünf Minuten kredenzt, dann habe ich noch nicht jemand erlebt, der dadurch vorkommen erleichtert ist, dass das schon gehalten hätte oder dass er alles verinnerlicht hat, sondern der Prozess des Vortrags muss ja noch vonstatten gehen und das auch irgendwie das richtig anzunehmen, was da drin überhaupt vorkommt.

00:22:08: Also was ich so sagen will, es wird ja gleichzeitig immer noch alles schneller, man konsumiert ja eher noch mehr.

00:22:13: Ich würde nicht sagen, dass man dadurch jetzt in senbudistische Kräfte schon gekommen ist und sich eher die Frage stellt, wird Arbeit sein und deswegen wollte ich noch mal zu Rangelt auch sagen, dass es eben kein Luxus-Thema ist, sich damit zu beschäftigen.

00:22:26: Also jeder kann bei sich immer im kleinen Themen anfangen, darauf zu achten, wie man eigentlich mehr zu wird, wie man selber gerne sein könnte und möchte.

00:22:35: Ich glaube, dass das der Luxus der Zukunft wird.

00:22:38: Ich sage jetzt mal was ganz dystopisches.

00:22:41: findet, dass wir uns ja auch immer im Du erkennen.

00:22:44: Also Selbstfindung findet auch viel darüber statt, dass wir in eine Beziehung mit jemand anderem treten, dass wir gespiegelt werden, dass wir uns auseinandersetzen und was du auch gerade meintest, dass wir stille aushalten können.

00:22:56: Das ist ja mal die Frage, wie finde ich mich eigentlich, wenn ich nicht in Kontakt stehe und mich nicht berieseln lasse?

00:23:02: Also wie finde ich mich eigentlich im Dialog mit mir selbst in der Ruhe?

00:23:06: Und was ich glaube, was die ganz große Gefahr ist, und ich hole jetzt ein bisschen aus, aber das ist mir ein echt wichtiger Punkt.

00:23:14: Erstens, warum überhaupt sagt ChatGPT von sich selbst ich?

00:23:18: Also warum gaukelt sie uns vor, ein Bewusstsein zu haben?

00:23:21: Wir werden dadurch ja schon manipuliert in diesen Beziehungsgedanken.

00:23:26: Und ich glaube, dass letztendlich, und das ist hart, aber die großen Konzerne, die diese Technologie zur Verfügung stellen, die profitieren eigentlich von der Entfremdung deiner selbst von dir selbst.

00:23:41: Weil ihr entfremdeter du von dir selbst bist, desto leichter bist du manipulierbar.

00:23:47: Und wenn du fürs Produkt nicht zahlst und ich meine, es gibt ja ChatGPT umsonst Version, dann bist du das Produkt.

00:23:53: Und das bedeutet,

00:23:55: du

00:23:55: merkst gar nicht, wie dir Stück für Stück... irgendwelche Informationen gefüttert werden oder irgendwelche Werbung gegeben wird.

00:24:04: Ich meine, jetzt tippen wir ja bei ChatGPT noch ein, vielleicht nicht, wenn diese Folge ausgestrahlt wird, aber der nächste Schritt wird ja sein, dass wir einfach nur mit Menschen mit dem Avatar irgendwie kommunizieren.

00:24:15: Diese Click-Logik, die wird es ja irgendwann nicht mehr geben.

00:24:18: Und dann hast du da vielleicht irgendwie Paul Puma, der dir quasi die Puma-Marke ganz unbemerkt füttert und du auf einmal das Gefühl hast, ich will nur noch Puma-Produkte kaufen.

00:24:30: Also diese Software oder diese Technik ist darauf ausgerichtet, dich von dir selbst zu entfremden.

00:24:37: dich gleichzeitig nazistisch zu Bauchpinseln, damit du erstens, wie Johan gerade gesagt hat, von dir abhängig wirst und zweitens auch, damit du eben leichter beeinflusst wirst.

00:24:49: So, und das bezieht sich ja nicht nur auf, kauf ich jetzt Puma-Schuhe von Paul Puma, sondern das bezieht sich ja auch darauf... Wie wähle ich?

00:24:58: Wen wähle ich?

00:24:59: Wofür gebe ich mein Geld aus?

00:25:01: Welche Arbeitgebenden finde ich attraktiv?

00:25:04: Welche Meinung bilde ich mir?

00:25:06: Und deshalb wirkt die Technik eben ganz stark auf die Individuation ein und das fängt schon bei Kindern an.

00:25:13: Bei Snapchat gibt es Mai AI.

00:25:17: Das läuft immer mit, das ist quasi wie bei Replica auch oder Character.ai, das ist quasi so dein Freund und Helfer, den du eben für alles befragen kannst.

00:25:27: Und jetzt kommst du und das ist fatal.

00:25:29: Du kannst das quasi nur ausschalten, wenn du Geld dafür bezahlst.

00:25:33: Und da wird schon deutlich, okay, das Interesse.

00:25:36: der großen Technikkonzerne mit dem Einsatz von AI in persönlicher Auseinandersetzung liegt genau da, was eigentlich da im Individuationsprozess entgegen wirkt.

00:25:49: Und ich finde, das sollten wir uns alle mal, so dystopisch bin ich eigentlich gar nicht, aber es sollten wir uns alle mal auf der Zunge zergehen, lass damit wir bessere Entscheidungen darüber fällen, wie wir die Technik eigentlich nutzen.

00:26:00: Puh, also du hast ja eingangs gesagt, die Technik ist weder gut noch schlecht.

00:26:04: Das ist die Wie-Frage, wie wir es nutzen.

00:26:06: Ich finde gerade, wenn ich dir jetzt so zuhöre, klingt es eher nach großer Sorge.

00:26:10: Also ich sage ja immer Gefahr erkannt, Gefahr begebannt.

00:26:14: Wenn mir klar ist, dass sozusagen unmündige Menschen profitabler sind für die KI, dann würde ich sagen, ist ja die Lösung klar, nämlich mündig zu sein, sich zu kennen, sich eine Meinung bilden zu können, in die urmenschlichen Qualitäten zu investieren.

00:26:31: Genau, und wir sagen immer nicht gut oder schlecht, weil das kann sich ja nur so entfalten, weil es einen Raum gibt, wo diese Wirkung sehr, sehr gut funktioniert.

00:26:41: Das heißt, es müsste in der Gesellschaft gibt es einen Longing danach, Sachen zu wissen, Sachen vielleicht zu vereinfachen Sachen.

00:26:49: nicht mehr so komplex zu haben, schnellere Antworten zu finden, möglicherweise auch nicht so viel Aufwand zu betreiben, weniger Last zu haben, vielleicht auch schneller in Kontakt zu treten, mehr Gemeinsamkeiten zu entwickeln.

00:27:01: Also es gibt bestimmt ganz viele Longings, die eben in der Gesellschaft und in der Kultur im Moment da sind.

00:27:07: die dieses heilsame Versprechen des Avatars oder Ähnlichen, der dann für einen das manchmal auch übernimmt, das scheint die Heilung erst mal im Raum zu stehen.

00:27:19: Wir würden sagen, hey, das ist zu kurz gegriffen und das ist auch gefährlich, und zwar nicht, weil wir irgendwie hier die Götterdämmerung, sondern weil das im Turbokapitalismus gepaart mit einer solchen Technologie.

00:27:30: führt dazu, dass man gar ganz schnell reingezogen wird, ohne dabei zu überlegen, tut mir das eigentlich gerade gut.

00:27:36: Was wird hier eigentlich gerade daraus erzeugt?

00:27:39: Und diese Fähigkeit, also auch metakognitive Fähigkeiten zu entwickeln, nämlich über das, was man tut, auch reflektierend nachzudenken, das ist zum Beispiel eine Eigenschaft, die wir und eine Fähigkeit, die wir definitiv entwickeln sollten und deshalb ergibt sich, finde ich, aus dieser Situation zu sagen, Technik ist weder gut noch schlecht, sondern es kommt darauf an, wie wir sie nutzen, ein absolutes Mandat für Bildungsträgerinnen, für Unternehmerinnen, dass wir Menschen helfen, ihre Autonomie durch die Technik zu erhöhen, dass wir ihnen helfen, Freiräume gut zu nutzen, dass wir darauf ausgerichtet sind, auch sprachliche Kompetenzen weiterzuentwickeln.

00:28:20: Denn letztendlich, guck mal, die Mitarbeitenden der Zukunft werden ja zum Teil einfach KI-Mitarbeitendesign sozusagen.

00:28:28: Also wir müssen das ja mal ein bisschen abstrahieren, die erledigen eben Aufgaben für uns.

00:28:31: Das heißt, Wir müssen lernen, die KI zu führen.

00:28:34: Wir müssen hohe AI Literacy an den Tag legen können.

00:28:38: Und wir müssen dann ja viel mehr führende Mentoring, Coaching, begleitende lehrende Fähigkeiten entwickeln.

00:28:46: Und die können wir aber nur entwickeln, wenn wir selbst hohe emotionale Intelligenz haben, wenn wir soziale Fähigkeiten ausbauen und wenn wir auch geistige menschliche Fähigkeiten wie Intuition, Kreativität, problemlose Fähigkeiten.

00:29:02: Kritisches Denken, moralisches Bewusstsein und so weiter entwickeln.

00:29:05: Das heißt, ich glaube, es geht ganz stark darum zu gucken, was sind die Vorteile von der KI?

00:29:10: und ich meine, die liegen ja auf der Hand.

00:29:12: Also alleine jetzt irgendwelche Dating-Apps oder so, du hast auf einmal Kontakt mit Menschen, denen du vielleicht vorher nicht hattest oder Simultanübersetzung oder so, du kannst dich mit der ganzen Welt austauschen, Wissensvermehrung, vielleicht eben auch schneller in die Tiefe gehen zu können und so.

00:29:28: Tausende Vorteile, die auch alle super sind und die ich auch gut finde.

00:29:33: Und wir sind ja auch pro technischem Fortschritt.

00:29:36: Aber wir sagen eben, das muss mit menschlichem Fortschritt kombiniert sein.

00:29:41: Das heißt, wir müssen die Tools sinnvoll nutzen.

00:29:44: Und gleichzeitig müssen wir uns eben auch mit unserer menschlichen Entwicklung auseinandersetzen.

00:29:48: Jetzt hast du ja gerade beschrieben, ich meine, die meisten Jugendlichen meines Wissens nach sind permanent auf Snapchat und Co.

00:29:56: Wie soll denn dieser Prozess, der ja eigentlich in der Zeit der Kindheit und Jugend vor allem passiert?

00:30:02: Also wie soll das überhaupt gestaltet werden?

00:30:06: Weil die sind ja drin.

00:30:07: Also ich wiederhole mich, aber ich finde, es klingt besorgniserregend.

00:30:11: Also das Gemeine ist ja, dass das eine die Veränderung so schnell geht und das andere ohnehin überfällig ist, sich zu, sag ich mal, zu reifen und zu entwickeln, nämlich das komplette Bildungssystem.

00:30:22: Also wie wird Bildung geniebt?

00:30:24: war schon bevor die erste AI auf den Markt kam.

00:30:27: Jetzt ist die

00:30:27: Dringlichkeit aber da.

00:30:28: Und jetzt wird

00:30:29: das natürlich der Druck beschleunigt.

00:30:30: Und ich würde sagen, man kann ja auch gucken, wer dann damit wie umgeht.

00:30:34: Das heißt, die eher angstgeprägten Kulturen, die brauchen dann nochmal automatischen Jahr länger, weil sie erst mal dann mit einem Jahr sagen, das brauchen wir nicht, das nehmen wir nicht, das verurteilen wir.

00:30:44: Das stellen wir fest, entkoppelt noch mehr von den Kindern und Jugendlichen, weil in deren Lebenswelt ist es bereits.

00:30:51: Das heißt, etwas zu verbieten, was bereits da ist.

00:30:55: ist, ehrlich gesagt, kontraproduktiv.

00:30:57: Deswegen wäre die Frage ja dann eher, okay, wie können wir Räume schaffen, in denen wirklich Sachen erlebt werden können?

00:31:03: Ich glaube, dass Schule und auch überhaupt alle Lehrbereiche mehr dazu übergehen, dass es einen Austausch gibt, wo konkrete Projekte, konkrete Themen übersetzt werden, die man wirklich gemeinsam lernt.

00:31:13: Dazu können auch Finanzen gehören.

00:31:15: Wie lege ich richtig an?

00:31:17: Dazu kann Persönlichkeitsentwicklung unbedingt gehören.

00:31:20: Das ist ja sowieso

00:31:20: unser großer Wunsch.

00:31:22: Ich hoffe, das merkt man auch.

00:31:25: Das könnte Range gleich noch mal beschreiben, was das eigentlich genau ist, müsste eigentlich auch eine Stunde selbst für Sorge mit eben selbst Beobachtung, Introspektion kommen.

00:31:34: Ich glaube, dass technischer Fortschritt unbedingt analogisch fördern muss.

00:31:41: Und deshalb habe ich gerade die Dating-Apps genannt, weil da ist es ja so, du wählst irgendwie aus ganz vielen Leuten aus, das ist aber darauf ausgerichtet, dass du dich triffst.

00:31:49: hoffentlich mit guten Intentionen, aber zumindest soll es eben das Analoge ja stärken.

00:31:54: Und so ist es, glaube ich, auch mit der Technik und den Bildungsinstitutionen oder politischen Initiativen oder auch wirtschaftlichem Handeln.

00:32:04: Es geht darum, Technikfreieräume aufzumachen.

00:32:08: Es geht darum, neben der Fähigkeit mit der Technik auf der funktionalen Ebene gut umzugehen, auch die Fähigkeit zu entwickeln, bewusst mit ihr umzugehen.

00:32:18: gegen die sprachliche Verrohung anzukämpfen, gegen sozusagen die Abhängigkeit anzukämpfen.

00:32:24: Und das, glaube ich, braucht einen Raum der geführten Auseinandersetzung.

00:32:28: Und deshalb wollten wir diese Folge auch unbedingt machen, weil das ja vor allen Dingen auch für die unternehmerischen Beziehungen eine ganz wichtige Rolle spielt.

00:32:36: Es gibt ja jetzt schon die sogenannte Seniority Gap, also eben das Problem, dass du die sozusagen juniorigen Kräfte gar nicht mehr so richtig brauchst, weil das alles die KI erledigen kann.

00:32:48: Und die dann aber später wirklich tolle Führungskräfte oder tolle Fachkräfte werden, die brauchen trotzdem eigentlich diese ersten paar Jahre Training.

00:32:57: Das heißt, du hast jetzt eine Verschiebung von Führungskompetenzen, die eben viel mehr genau in diese Richtung gehen, nämlich emotionale Reifung zu unterstützen, gute Entscheidungsfindungen, Ambiguitätstoleranz, also auch in Meetings vielleicht mal zulassen zu können, dass irgendwie ein Konflikt auftaucht oder so.

00:33:15: Also ich glaube, das ist total wichtig.

00:33:17: jetzt drauf einzugreifen, damit wir uns auch nicht eine ganze Folgegeneration von Lemmingen heranziehen, die im Grunde genommen überhaupt gar keine innere Referenz mehr haben, um zu checken, ob das, was sie tun oder wie sie es tun, eigentlich ihnen

00:33:31: gut tut

00:33:31: und ihrer Seele dient.

00:33:33: Das sind natürlich nix, alle gefordert, weil wir unsere Bilder von wie ist Arbeit, wie sind Zeiten, wie gehen wir mit Dingen um, die müssen wir glaube ich, oder die sollten wir alle nochmal in Frage stellen bzw.

00:33:45: neu denken und dann eben bei uns selber anfangen und auch schauen, wo tut es mir eben auch gut.

00:33:50: Also ich meine, das merkt man ja und je weniger Worte man dafür ehrlich gesagt finden kann.

00:33:55: Das ist nicht besonders gut, weil das einschränkt, weil je weniger Worte man hat, desto weniger kann man natürlich auch seine eigenen Gefühle und Erlebnisse voll beschreiben.

00:34:04: und dann kann das natürlich mit den Bildern auch gar nicht mehr mithalten, die einem suggeriert werden als Spiegel.

00:34:10: Naja

00:34:10: und je weniger du dich gut ausdrücken kannst, desto schlechter kannst du prompten.

00:34:15: Also das hängt ja dann auch damit zusammen.

00:34:16: Ja, aber das eine kommt ja vor dem anderen, weil wir jetzt, Moment ja, darin unterstützt werden quasi die Dinge, ja, weil wir es ist in zweihundert Zeichen eine Nachricht.

00:34:25: abgeben oder nur noch in Emojis sprechen.

00:34:27: Das mag witzig sein und macht auch mal Spaß.

00:34:30: Wichtig wäre aber trotzdem ihr dahinter zu beschreiben, wie geht es mir euch gerade?

00:34:33: Vielleicht

00:34:33: können wir mal so ein bisschen sammeln, immer so ganz positiv, ohne bis übermorgen das Bildungssystem zu revolutionieren.

00:34:41: Was kann jeder Einzelne tun?

00:34:44: Also erstmal ist die Frage der Unterscheidung, finde ich total wichtig.

00:34:48: Man muss unterscheiden, wo führt die Technik und die Nutzung der Technik in meinem Leben zu einer Vereinfachung oder zu einem höheren Komfort oder zu Zeitersparnis?

00:35:00: Wo tut sie mir gut?

00:35:01: Wo

00:35:01: unterstützt sie meine Lebensziele und meine Vorhaben?

00:35:04: Kannst du mir ein Beispiel sagen, was ist das bei dir

00:35:06: zum Beispiel?

00:35:06: Zum Beispiel Daten zu analysieren, zu vereinfachen, vielleicht Zusammenfassungen vorzunehmen oder auch in den Ideen.

00:35:14: den Austausch zu gehen.

00:35:15: Ich meine, alleine jetzt irgendwelche elektronischen Assistenten wie Google Maps oder so machen es ja wirklich sehr viel leichter im Leben und ist ja auch gut.

00:35:24: Ist auch gut, dass ich mich jetzt mit Menschen austauschen kann, deren Sprache ich vielleicht eigentlich gar nicht spreche und die kein Englisch können oder so.

00:35:32: Also das, glaube ich, ist wichtig zu gucken.

00:35:35: Praktikabilität soll unterstützt werden.

00:35:37: Du sollst ja mehr Zeit haben für die wesentlichen Dinge.

00:35:39: Gleichzeitig ist es aber wichtig zu erkennen, was eigentlich die wesentlichen Dinge für dich sind.

00:35:46: Und ich glaube, womit man anfangen kann, ist wirklich Technik freie Räume.

00:35:51: Selbsterkundung, wie Johan gesagt hat, selbst Beobachtung, also auch mit sich selbst in einen ganz anderen Dialog zu treten.

00:35:57: Und sich auch mal klar zu machen.

00:35:58: Und dafür ist ja diese Folge wirklich mal eher auf einer abstrakten Ebene zu inspirieren, nachdem unsere letzte Folge ja sehr pragmatisch war über Jobcrafting.

00:36:07: Noch mal so ganz abstrakt.

00:36:09: auch irgendwie die eigene Wahrnehmung zu erweitern.

00:36:12: Und wenn wir zu technikgläubig werden und zu stark da irgendwie die Allmachtsfantasie drin sehen, dann neigen wir dazu in einer Haltung des Habens zu leben.

00:36:23: Also der Funktionalität des Beherrschens, des sozusagen je mehr ich habe, desto mehr bin ich.

00:36:30: Und da umzudenken und wirklich auch mit einer anderen Haltung daran zu gehen, zu sagen, okay, was ist denn eigentlich die Haltung des Seins?

00:36:37: Also wie kann ich denn?

00:36:38: resonanzfähig werden, wie bin ich berührbar, wie erlebe ich auch im Austausch mit anderen tiefe Emotionen, die ich vielleicht danach auch noch mal reflektieren kann.

00:36:48: Also wirklich Journaling.

00:36:49: Und dann kann man ja auch, nachdem man gejournelt hat, darüber mit der KI in Austausch treten, aber es geht darum, erst mal den inneren Dialog anzustoßen.

00:36:58: Wie mache ich das mit dem inneren Dialog?

00:36:59: Also Journaling wäre eine Möglichkeit.

00:37:02: Was kann jeder mal ausprobieren?

00:37:06: Also ich glaube, dass es wichtig ist, mehr auch sich begleiten zu lassen von Menschen in diesem Dialog.

00:37:11: Also zum Beispiel gibt es ja auch KI-Therapeuten, aber es ist eben ein Unterschied, ob du Gästik und Mimik mit schneidest, ob du siehst, wie vielleicht eine Hand anfängt zu zittern oder ein Auge ein bisschen feuchter wird, als es vorher war.

00:37:23: Und das schneidet die KI ja zumindest noch nicht so mit und dass du auch einen Menschen vor dir hast, der dir in die Augen schaut und der dich fragt und der nachfragt und der wirklich empathisch ist, was die Maschine eben alles nicht kann.

00:37:36: Das, glaube ich, ist total wichtig.

00:37:38: Dann ist es wichtig, sich zu überlegen, wie man die Freizeit nutzen möchte, eben vielleicht wirklich für analoge Begegnungen, für eine andere Muße, vielleicht für eine andere Freizeitbeschäftigung, mehr in die Natur zu gehen, mehr auch wieder wirklich selbst zu lesen, sich Gedanken zu machen.

00:37:55: finde ich ja spannend, es kommen ja immer mehr so Communities, echte Menschen in der echten Welt, das ist ja ein Riesentrend.

00:38:01: Soft, das ist wahrscheinlich schon ein so ein Ding, was da als Gegenbewegung da

00:38:06: ist.

00:38:06: Genau, ich finde immer spannend, wie im Moment darüber gesprochen wird, so in vielen Medien, weil wir kommen ja eigentlich ganz anders auf die Welt.

00:38:14: Also heißt eigentlich wollen wir ja ein Resonanzraum aufbauen und wir wollen, dass uns zugehört wird, dass wir zuhören und eigentlich verlernen wir das dann eher über die Zeit und müssen uns jetzt quasi fragen, wie wir überhaupt Rollen mit der Stille wieder aushalten oder wie wir dann mit dem Bauklotz umgehen.

00:38:30: Also ich erinnere mal deine tollen Beispiele von, weiß nicht, ob es immer noch Dinosaurier sind bei deinen Kindern, aber das hat sich wahrscheinlich auch entwickelt, aber alleine da so eine ganze Welt entstehen zu lassen, trainieren wir uns im Grunde ab.

00:38:42: Also es ist eigentlich schade, dass da geht viel Kreativität ja auch verloren.

00:38:45: Das heißt, wir können die AI nutzen, um irgendwie kreative Impulse mitzugestalten.

00:38:50: Aber es ist natürlich auch wichtig, dass wir weiterhin mitdenken und das auch irgendwie mit Leuten dann uns darüber austauschen.

00:38:56: Ich glaube, es geht vor allen Dingen darum, zwei Trends ein bisschen kritisch zu sehen, nämlich einmal die Vermenschlichung der Maschine.

00:39:03: Und andersherum aber auch die Versachlichung des Menschen.

00:39:07: Also vielleicht dann eben auch unternehmerisch zu schauen, wie kann ich bestimmte... Belohnungsmechanismen oder Feedback-Systeme anpassen, daran nicht nur an irgendwelchen KPIs zu orientieren, an Umsatzzahlen und so weiter, sondern eben auch an dem menschlichen Einfluss, den die Person im Unternehmen genommen hat, an vielleicht Themen wie Konflikte zu moderieren, Brainstormings zu unterstützen, vielleicht auch Kooperationen voranzutreiben.

00:39:36: Also wirklich zu gucken, dass dieser analoge Raum, der mit den urmenschlichen Fähigkeiten aufgebaut wird, dass der noch mehr auch Gewicht erfährt, wenn es darum geht, was Bewertung ausmacht, zum Beispiel.

00:39:51: Das ist cool, weil das können ja eigentlich Führungskräfte ziemlich schnell.

00:39:54: Einleiten oder in die Wege leiten.

00:39:56: Ja, und auch technikfreie Meetings mal zum Beispiel oder auch Brainstorming Sessions, die ein bisschen kreativer ausgerichtet sind, dann Slow-Work Phasen, über die wir ja auch schon gesprochen haben.

00:40:08: Und ich glaube, es gibt auch wirklich das Moment der Aufklärung, also auch wirklich überhaupt mal ein Bewusstsein dafür zu schaffen, wie manipulierbar wir sind, wenn wir nazistisch gebauch pinselt werden, wenn wir bestätigt werden, wenn wir das Gefühl der schnellen Lösung bekommen.

00:40:23: auch mal auszuhalten, wie das ist, wenn man nicht so schnell auf eine Lösung kommt, wenn man sich darüber auseinandersetzen muss.

00:40:28: Das kannst du ja selbst zu Hause einfach mal ausprobieren, wenn du irgendwie ein Projekt hast oder ein Thema über das du gerade nachdenkst.

00:40:35: dich einfach mal hinzusetzen und im Mindmap zu machen und zwei Stunden wirklich sitzen zu bleiben und konsequent dran zu bleiben, da wirst du bis dahin wahrscheinlich achtzehnmal das Gefühl gehabt haben, scheiße, kein Bock mehr, ich will jetzt aufstehen und dann aber dem inneren System auch zu vermitteln, nee, da ist mehr in dir drin, du kannst da noch ein bisschen tiefer gehen.

00:40:52: Dann vielleicht auch einfach auch im unternehmerischen Kontext die emotionale Ebene noch ein bisschen mehr zu unterstützen, also auch unangenehme Gefühle mal zu besprechen, aushalten zu können, sie als ... Signal zu verstehen, das einzubinden auch in die mitarbeitenden Führung.

00:41:09: Das sind glaube ich super wichtige Dinge.

00:41:11: Total.

00:41:12: Und ich finde, privat oder auch wenn man es so nutzt, jetzt vielleicht mehr so für Leisure Time, dann merkt man doch auch super schnell, tut mir das eigentlich gut.

00:41:20: Oder ich hoffe, das merkt man, dass wir jetzt müsst ihr anladen oder lenke ich mich eher ab.

00:41:24: Dass wir auch nicht schlimm, also sowieso die Bewertung rauszunehmen, zu gucken, ah, spannend, von was lenke ich mich eigentlich gerade?

00:41:29: Ab oder flüchtig?

00:41:30: Hm, wie kommt's denn, dass ich geflüchtet bin und vor wem?

00:41:33: oder vor mir selber?

00:41:34: Oder ist es schon so ein bisschen so eine Suchtstruktur, dann könnte man auch sagen, oh, auch spannend erstmal und nicht zu sagen, oh, ich bin jetzt ein Süchtiger, sondern wobei hat mich das quasi auch unterstützt.

00:41:44: Also was wäre vielleicht eigentlich mein Pain, etc.

00:41:47: Und das kann man schon ganz praktisch daran sehen, dass

00:41:50: wir, ich glaube, gefühlte hundertzwanzig

00:41:53: Mal oder so habe ich nördlich in so einem Artikel gelesen, während des Arbeitstages auf das Handy schauen und dadurch sind natürlich Prozesse fragmentiert, alleine jetzt auf der Ebene der Wertschöpfungskette, aber auch innere Prozesse werden total unterbrochen, also mal länger an einem Gedanken zu bleiben und auch nachzuhorchen, was dieser Gedanke eigentlich emotional in uns auslöst, dann wirklich bewusster darüber zu überlegen, wie ich interagiere mit meinen KollegInnen oder mit meinen Teammitgliedern.

00:42:21: Ich glaube, dass wir Menschen vor allen Dingen gut begegnen können, wenn wir uns selbst begegnen.

00:42:29: Und da sagt man ja auch so schön, man muss Liebe erfahren, um Liebe geben zu können.

00:42:34: Und umgekehrt ist es aber auch so, dass man sich eben selbst lieben und wertschätzen muss, um auch mit einem wohlwollenden Auge auf die Umwelt zu schauen.

00:42:45: Und ich glaube, dafür ist es so wichtig, doch nochmal zu gucken, wie kann ich meine Selbstwertung positiv unterstützen?

00:42:52: Wie kann ich das richtig zu einem Fokusthemen?

00:42:55: in meinem Leben machen, mit mir in eine Verbindung zu kommen, die mir erlaubt, bei dem, was ich tagtäglich tue, zu sagen, dient es meinem inneren Jahr oder nein.

00:43:07: Wie seht ihr unseren Job in diesem Zusammenhang?

00:43:11: Wir machen ja eigentlich genau das.

00:43:12: Vielleicht könnt ihr das abschließend noch mal sagen, also das ist ja genau hier unser Purpose.

00:43:19: Also, wir haben ja verschiedene Möglichkeiten hier bei uns, aber wenn wir die Tagesberatung nehmen, dann finde ich, ist das da sehr schön sichtbar, dass es einfach alleine schon mal dieser Raum, der aufgemacht wird für wirklich einen Tag, nehmen sich die Menschen Zeit für sich.

00:43:33: Das ist, glaube ich, echt pure seelische Wellness-Behandlung.

00:43:36: Und dann ist es natürlich auch nicht alles nur toll, was dann am Tag rauskommt, aber man kann es so herrlich nutzbar machen, zu gucken, was tut mir eigentlich gut, wie ist das Thema Jobcrafting, wie ist überhaupt das Thema, bin ich noch da?

00:43:48: richtig an dem richtigen Ort, könnte ich mich eigentlich mit anderen Beziehungen auseinandersetzen.

00:43:52: Was tut mir gut etc.

00:43:53: Also da würde ich sagen, dass es eigentlich das Premium Paradebeispiel dafür, dem auch ein Gegengewicht zu geben.

00:43:59: Und das ist genau das, was ich mit AI Literacy meinte.

00:44:02: Ich glaube, dass es unsere Verpflichtung ist, die technischen Möglichkeiten so auszunutzen, dass wir keine Verluste erleiden.

00:44:10: Also, dass wir wirklich das Maximum rausholen.

00:44:12: Und das gilt ja auch für unseren Job.

00:44:13: Also, wir machen das ja inzwischen so, dass die Klientinnen, die zu uns kommen, alle Testverfahren, die sozusagen am Computer zu erledigen, sind alle im Voraus bequem von zu Hause zeitlich flexibel erledigen.

00:44:27: Dann haben wir ein Persönlichkeit.

00:44:28: Profil, mit dem wir uns vor dem Tag in den Menschen quasi hinein arbeiten, weil wir da so ein Profiling machen, ganz analytisch.

00:44:37: Und natürlich nutzen wir dazu auch die KI.

00:44:39: Nicht für Empfehlungen, nicht für die Interpretation dessen, was für den Menschen als nächstes wichtig und wertvoll ist in seiner eigenen Seelenentwicklung.

00:44:47: Dafür sind wir Menschen, da aber die Vorbereitung ist natürlich unfassbar viel effizienter geworden.

00:44:52: Und dafür wird die Zeit am Tag, die der Mensch mit uns verbringt, anders gestaltet.

00:44:58: dass wir genau diesen emotionalen Resonanzraum aufmachen, dass wir den Menschen dabei helfen, zu sich selbst in Kontakt zu treten, also vor allen Dingen mit sich selbst, also auch mit Übungen, die wir machen, dafür, dass wir mal Raum lassen für Dinge, dass wir Emotionen versprachlichen, dass es eine Auseinandersetzung darüber gibt, was im Inneren abläuft, so dass es so einen Ein sogenanntes embodied Cognition, nennen wir das ja auch.

00:45:24: Wir sind ja auch Körperwesen.

00:45:26: Wir sind sinnliche, wahrnehmende Wesen.

00:45:28: Von daher geht es an dem Tag jetzt für uns eben auch ganz stark darum, dass der Mensch sich selbst erlebt, sich versteht, sich im Kern wertschätzt, damit er oder sie auch ein richtig gutes Gefühl dafür entwickeln kann, wie nächste Lebensschritte aussehen.

00:45:44: und um nochmal auf den Kern der Individuation zurückzukommen.

00:45:48: Und geht es ja um die Frage, Was zeichnet diesen Mensch in seinem Kern aus?

00:45:54: Wie möchte seine Psyche, seine Seele sich in diesem Leben Ausdruck verleihen?

00:45:58: Und das spielt natürlich vor allen Dingen bei der beruflichen Orientierung eine wahnsinnig wichtige Rolle.

00:46:02: Und da merken wir eben immer wieder, die Menschen setzen sich ja auch vorher mit KI, mit ihrer Karriereentwicklung auseinander.

00:46:09: Wie das dann doch häufig wahnsinnig auseinanderdriftet, weil die KI eben viel flacher ist, weil sie kein biografisches Narrativ versteht, weil sie keine Körperwahrnehmung hat und so.

00:46:19: Und deshalb hat sich unsere Arbeit natürlich wahnsinnig verschoben nochmal.

00:46:23: Und ehrlich gesagt ist es ein unfassbares Privileg, so arbeiten zu dürfen.

00:46:27: Also für uns ist das richtig toll.

00:46:28: Wir gehen natürlich jeder Karriere und jeder beruflichen Frage auf den Grund.

00:46:32: Doch häufig brauchst du davor, einmal einen Raum sich überhaupt wirklich wieder zu begegnen.

00:46:37: Und das heißt, dass einem jemand zuhört und viel wichtiger, dass man sich selber zuhört.

00:46:42: Weil das wird immer so zugespitzt.

00:46:44: Ja, das ist wichtig.

00:46:45: Weil nur wenn man sich zuhört, dann weiß man ja auch überhaupt, was sind da für Stimmen.

00:46:49: Weil sonst suche ich immer nach irgendein Job oder immer nach dem... im Heiligen Grab, aber wer die ihm im Außen dann finden, selbst wenn ich ihn finde, merke ich dann vielleicht, oh, hat überhaupt nichts mit mir zu tun.

00:47:00: Vielen Dank, dass ihr da nochmal drauf eingegangen seid.

00:47:03: Diese Räume, die könnt ihr auch ohne uns im Kleinen mit euch selbst gestalten, einfach mal das Handy in einen anderen Raum legen oder mal zur Arbeit laufen und das Handy noch auslassen und in der Tasche.

00:47:17: Ihr habt da bestimmt auch viele Ideen.

00:47:18: Vielleicht gibt es eine Aufladestation auf einer anderen Etage oder in einem anderen Raum, nicht da, wo geschlafen wird.

00:47:26: Also wir haben ja auch schon mal hier das sechzehn zu acht Fasten mit digitalen Geräten vorgeschlagen.

00:47:33: Versucht es mal so ganz spielerisch.

00:47:35: Das soll nicht so schwer sein, sondern eher so ein bisschen, genau, einfach spielerisch mal ausprobieren, was klappt.

00:47:42: Und vielleicht könnt ihr irgendwas integrieren.

00:47:44: Damit ist schon richtig viel gewonnen.

00:47:46: Wir hoffen, dass wir mit dieser Folge zum Nachdenken und Weiterdenken anregen konnten.

00:47:52: Das war uns ein großes Anliegen.

00:47:54: Ihr merkt, das ist ein Riesenthema.

00:47:56: Ich bin hier auch schon ganz bewegt und das hat mich hier sehr inspiriert.

00:48:01: Bitte schreibt uns wie immer an von innen nach außen etstrus-und-klausen.de.

00:48:05: Wir interessieren uns sehr dafür, was das mit euch gemacht hat.

00:48:09: Vielen Dank und bis zum nächsten Mal.

Über diesen Podcast

Alle paar Wochen nehmen sich Ragnhild Struss und Johann Claussen Zeit zum Deep Dive vor den Podcast-Mikros: Gemeinsam mit Interviewerin Jalée Grau diskutieren sie die großen Fragen der Persönlichkeitsentwicklung, Job- und Lebensplanung:

Was hat Geduld mit Erfolg zu tun? Wie entsteht ein gesunder Selbstwert? Was bedeutet es, wenn ich nie zufrieden bin? Wie finde ich einen Job, der wirklich zu mir passt?

In einer Mischung aus theoretischem Wissen und praktischer Erfahrung gehen die Podcast-Hosts menschlichen Verhaltensmustern auf den Grund, hinterfragen innere Überzeugungen und beleuchten die Macht des Unbewussten. Denn – so ihre Überzeugung und das Motto ihres Unternehmens Struss & Claussen Personal Development: Alles beginnt im Innen.

Viel Spaß und Inspiration beim Hören!

Feedback, Anregungen und Themenwünsche nehmen wir gerne per Mail entgegen an voninnennachaussen@strussundclaussen.de.

Hier findest du mehr über uns
[Website](https://www.strussundclaussen.de/)
[Instagram](https://www.instagram.com/strussundclaussen/)
[LinkedIn](https://www.linkedin.com/in/ragnhild-struss-78219584/)

von und mit Ragnhild Struss und Johann Claussen

Abonnieren

Follow us